Martina Bogdahns zweiter Roman „Mirabellentage“ stößt auf Kritik: Das Buch verkläre das Leben auf dem Land allzu unkritisch. Autor Robert Braunmüller bemängelt in einer Rezension, dass die Darstellung idyllisch und wenig realistisch sei. Die Handlung spielt in einem Pfarrhaus, in dem Marmeladen hergestellt werden – ein Bild, das nach Ansicht des Kritikers zu sehr der romantischen Vorstellung vom Landleben entspreche.
Ein Roman ohne Tiefe?
Braunmüller wirft Bogdahn vor, die Schattenseiten des Landlebens zu ignorieren. Themen wie Vereinsamung, wirtschaftliche Not oder der Kampf um den Erhalt von Dorfläden kämen nicht vor. Stattdessen werde eine heile Welt beschworen, die mit der Realität vieler Landbewohner wenig gemein habe. Der Kritiker fragt sich, ob der Roman nicht eher als Eskapismus für Stadtmenschen diene.
Marmeladen als Symbol
Die Marmeladenproduktion im Pfarrhaus stehe sinnbildlich für eine verklärte Vorstellung von Selbstversorgung und Handarbeit. Dabei werde übersehen, dass solche Tätigkeiten oft mit harter Arbeit und geringem Ertrag verbunden seien. Bogdahn zeichne ein Bild, das eher an eine Werbekampagne für ländliche Idylle erinnere als an einen realistischen Roman.
Insgesamt sei „Mirabellentage“ ein Buch, das zwar gut geschrieben sei, aber inhaltlich zu wünschen übrig lasse. Leser, die eine kritische Auseinandersetzung mit dem Landleben erwarten, würden enttäuscht. Stattdessen biete der Roman eine Flucht in eine Welt, die es so nicht gebe.



