AfD-Politiker Krah attackiert Leipziger Buchmesse nach Absage seiner Lesung als „intellektuell tot“
Krah nennt Leipziger Buchmesse nach Absage „intellektuell tot“

Leipziger Buchmesse sagt Lesung mit AfD-Politiker Maximilian Krah ab

Die Leipziger Buchmesse hat eine geplante Veranstaltung mit dem bekannten AfD-Politiker Maximilian Krah kurzfristig gestrichen. Wie das Portal „The Pioneer“ berichtet, war ursprünglich für den 21. März um 17 Uhr in Halle 2 eine Lesung aus Krahs Roman „Die Reise nach Europa“ vorgesehen, die nun jedoch nicht stattfinden wird.

Sicherheitsbedenken als offizielle Begründung

Die Messeleitung teilte mit, die vom Castrum Verlag angemeldete Lesung sei „aus Sicherheitsgründen“ abgesagt worden. Als konkreten Grund nannte man die „hohe Bekanntheit von Maximilian Krah und seine öffentlich sehr kontrovers diskutierten Positionen“, die zu „massiven Sicherheitsbedenken“ geführt hätten. Diese Entscheidung erfolgte im Rahmen des regulären Verfahrens, bei dem zwar grundsätzlich alle Aussteller Veranstaltungen anmelden können, die endgültige Durchführung jedoch von der Messeleitung entschieden wird.

Krah reagiert mit scharfer Kritik und Vorwürfen

Maximilian Krah zeigte sich von der Absage überrascht und kritisierte die Entscheidung der Buchmesse scharf. „Ich nehme die Absage überrascht zur Kenntnis. Eine Buchmesse, die Angst davor hat, ein – unpolitisches – Buch zu besprechen, braucht kein Mensch“, erklärte der AfD-Politiker. Zu den vorgebrachten Sicherheitsbedenken äußerte er sich mit den Worten: „Das denken diese Typen sich aus.“

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Weiter führte Krah aus: „Eine Buchmesse, wo alle einer Meinung sein müssen, um sich präsentieren zu dürfen, ist intellektuell tot.“ Sein Verlag, der Castrum Verlag, wolle nach eigenen Angaben erneut das Gespräch mit dem Veranstalter suchen. Sollte die Absage jedoch bestehen bleiben, „hätte die Leipziger Buchmesse den Beweis erbracht, weshalb es der neuen Buchmesse in Halle bedarf“, so Krahs deutliche Worte.

Hintergrund und Gegenveranstaltung in Halle

Unter dem Titel „Seitenwechsel“ hatte die AfD-Politikerin Susanne Dagen bereits im November 2025 in Halle (Saale) eine Gegenveranstaltung organisiert, die nach Angaben der Veranstalter mehrere tausend Besucher anzog. Krah kommentierte die aktuelle Situation in Leipzig mit den Worten: „Leipzig kriselt. Das lässt sich nur durch Mut beheben, aber nicht durch Konformismus.“

Der Roman „Die Reise nach Europa“ wird vom Verlag als „Vermessung einer Erinnerungskultur“ beschrieben, die über „bloße Schuldzuweisung“ hinausgehen wolle. Thema seien „die Wunden des 20. Jahrhunderts“ und deren Übertragung „in eine gemeinsame europäische Zukunft“.

Debatte über Umgang mit umstrittenen Akteuren

Die Leipziger Buchmesse beschreibt sich selbst als Plattform, auf der Literaturlandschaft, Gesellschaft und Öffentlichkeit miteinander ins Gespräch kommen. Die aktuelle Absage dürfte eine Debatte über den Umgang der Messe mit politisch umstrittenen Akteuren nicht beenden, sondern vielmehr weiter anheizen. Die Frage, wie eine literarische Veranstaltung mit kontroversen Positionen umgehen soll, bleibt damit aktuell und brisant.

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