Alban'sche Dampfmaschine kehrt nach Plau zurück: Technik-Koloss soll bald wieder dampfen
Größte Hochdruck-Dampfmaschine kehrt nach Plau zurück

Alban'sche Dampfmaschine kehrt nach Plau zurück: Technik-Koloss soll bald wieder dampfen

Plau am See • Ein imposantes Stück Industriegeschichte hat seinen Weg zurück in die Heimat gefunden: Die weltweit größte Hochdruck-Dampfmaschine steht nach mehr als einem Jahrhundert wieder in Plau am See. Der technische Koloss aus Eisen, der von 1840 bis 1905 Textilmaschinen in der Plauer Tuchfabrik antrieb, kehrt damit an seinen ursprünglichen Wirkungsort zurück.

Ein Heimkehr mit Hindernissen

Der Transport der 11,3 Tonnen schweren und über vier Meter hohen Maschine aus dem Deutschen Museum in München nach Plau war eine logistische Meisterleistung. Zwei Speditionen, eine Duisburger Schmiede, zahlreiche Sponsoren und viele Helfer des Plauer Heimatvereins arbeiteten Hand in Hand, um das historische Stück in kurzer Zeit zu transportieren und aufzubauen. Museumsleiter Dieter Ehrke, selbst Ehrenbürger der Stadt, zeigt sich überglücklich: „Wir sind heute sehr glückliche Leute. Das ist nicht einfach eine Maschine – das ist ein Stück Industriekultur.“

Umbauten für den technischen Riesen

Damit die Alban'sche Dampfmaschine von 1839 überhaupt in die Museumsräume passte, waren umfangreiche bauliche Veränderungen notwendig. In Zwischendecke und Boden wurden spezielle Aussparungen geschaffen, und ein Teil der Außenwand musste temporär entfernt werden. Durch eine neu installierte Glasfassade an derselben Stelle ist die letzte von 25 verbliebenen Hochdruck-Dampfmaschinen des Erfinders Dr. Johann Ernst Heinrich Alban nun auch außerhalb der Öffnungszeiten für Besucher sichtbar.

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Finanzielle Unterstützung macht es möglich

Nicht nur logistisch, sondern auch finanziell war der Umzug eine Herausforderung. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Stadt Plau am See unterstützten das Projekt maßgeblich. Thomas Röber, Kurator der Abteilung Kraftmaschinen beim Deutschen Museum, erklärt den Abschied aus München: „Wir haben die Ausstellung vor vier Jahren geschlossen und lange nach einem neuen Platz gesucht. Dass die Maschine jetzt in Plau steht, freut uns sehr – hier sind die konservatorischen Bedingungen ideal.“

Bald soll wieder Dampf aufsteigen

Der große Traum der Museumsmitarbeiter und Heimatvereinsmitglieder: Die Maschine soll bald wieder mit Leben erfüllt werden. Durch einen externen Antrieb könnte sie künftig wieder zischen und dampfen. Für dieses Vorhaben sind die Verantwortlichen auf zusätzliche Spenden angewiesen. Plaus Bürgermeister Sven Hoffmeister gibt Hoffnung: „Bei der Sparkassenstiftung wurde bereits ein Antrag auf Aufstockung gestellt. Vielleicht können wir die Inbetriebnahme kurzfristig in diesem Jahr umsetzen.“

Die Geschichte der Alban'schen Dampfmaschine

Hergestellt wurde die Dampfmaschine 1839 in der Eisengießerei und Maschinenbauanstalt Güstrow. Nach dem Brand der Plauer Tuchfabrik 1905 und dem endgültigen Aus für die Tuchindustrie 1916 gelangte sie als Inventar-Nummer 2341 ins Deutsche Museum nach München. Der Erfinder Dr. Ernst Alban, eigentlich Chirurg und Augenarzt, hatte sich 1825 dem Maschinenbau zugewandt und wurde mit seiner Hochdruck-Technologie zum Pionier des Dampfmaschinenbaus. Sein innovatives Konzept mit schwingendem Zylinder sollte die Wärmeableitung verbessern, konnte sich in der Praxis jedoch nicht durchsetzen.

Für Dieter Ehrke hat die Rückkehr der Maschine eine besondere symbolische Bedeutung: Wie einst Dr. Ernst Alban ist auch er Ehrenbürger der Stadt Plau. In seinen Worten spricht die Maschine zu ihm: „Un nu bün ick hier. Hier is mien Heimat und hier bün ick to Hus.“ Ein Stück Heimatgeschichte ist damit endlich wieder da, wo es hingehört.

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