Grenztürme in Neu Bleckede öffnen als Erinnerungsorte für Besucher
Grenztürme in Neu Bleckede öffnen für Besucher

Ehemalige DDR-Grenzanlagen in Neu Bleckede öffnen für die Öffentlichkeit

Der frühere DDR-Beobachtungsturm und der benachbarte Bunker in Neu Bleckede sind jetzt regelmäßig für Besucher zugänglich. Von April bis September öffnen die historischen Anlagen an jedem dritten Sonntag von 13 bis 15 Uhr ihre Türen. Der Eintritt ist kostenfrei, was den Zugang zu diesen bedeutenden Zeitzeugnissen erleichtert.

Stadt war über vier Jahrzehnte geteilt

Es handelt sich bei diesen Bauwerken um besondere Relikte der Vergangenheit. Die Stadt Bleckede war mehr als 40 Jahre lang geteilt; die Ortsteile rechts der Elbe, darunter Neu Bleckede und Neu Wendischthun, gehörten bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990 zur Deutschen Demokratischen Republik. Diese Teilung prägte das Leben der Menschen in der Region nachhaltig.

Im ehemaligen DDR-Beobachtungsbunker FB-3 präsentiert die sogenannte Galerie der Geschichte eine Ausstellung, die sich intensiv mit dieser regionalen Historie von Teilung und späterer Einheit auseinandersetzt. Ergänzend dazu führt die Präsentation im früheren Beobachtungsturm BT-9 Erinnerungen örtlicher Zeitzeugen zusammen, verweist auf noch sichtbare Spuren in der Landschaft und lädt die Besucher zur Reflexion über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ein.

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Blick von der Turmkanzel auf die Elbtalaue

Von der Kanzel des Grenzturms eröffnet sich den Besuchern ein beeindruckender Panoramablick auf die Elbe, die malerische Elbtalaue im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue, die Stadt Bleckede sowie auf die Fähre, die seit der Grenzöffnung im Jahr 1989 wieder regelmäßig verkehrt. Dieser Ausblick verbindet die historische Bedeutung des Ortes mit der natürlichen Schönheit der Region.

Von Monumenten der Teilung zu Orten der Begegnung

Jahrelang standen Türme wie der in Neu Bleckede symbolisch für den Schrecken der Grenze, für getrennte Familien und zerrissene Freundeskreise. Heute sollen der Turm in Neu Bleckede sowie die ähnlichen Anlagen in Darchau und Popelau als Orte der Begegnung dienen, an denen Menschen in den Austausch treten können – sei es über die Grenzgeschichte oder die einzigartige Grenznatur. Seit dem Jahr 2023 stehen diese Türme für diesen Zweck offen, nachdem sie zuvor in einem aufwendigen Millionenprojekt umfassend saniert wurden.

Gefördert wurde das ambitionierte Projekt zum einen über den Förderfonds Hamburg / Niedersachsen der Metropolregion Hamburg, der vom Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg begleitet wird. Zusätzliche Unterstützung kam vom Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz über die Richtlinie Landschaftswerte.

Projektziel: Stärkung der Elbtalaue

Das übergeordnete Ziel des Projektes Grenztürme erleben – von der Grenzgeschichte bis zur Grenznatur ist es, die niedersächsische Elbtalaue weiter zu stärken und sie um einen zusätzlichen historischen Wert zu bereichern. Dabei soll der einzigartige Naturraum der Elbtalaue mit seiner bewegten Geschichte als Grenzregion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen DDR sinnvoll verbunden werden. Diese Verbindung von Natur und Geschichte schafft einen besonderen Lern- und Erlebnisort für Besucher aller Generationen.

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