Fürstin Lucie Pückler: Themenjahr in Branitz würdigt vergessene Mitgestalterin
Der weltberühmte Fürst Pückler ist für seine umtriebige und ideenreiche Natur bekannt, doch seine ehemalige Gattin Lucie stand dabei oft im Schatten. Dabei war sie maßgeblich an seinem künstlerischen Schaffen beteiligt und prägte entscheidend das Erbe von Branitz. Nun holt die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz sie mit einem umfangreichen Themenjahr aus dieser verborgenen Rolle heraus.
Lucie als Impulsgeberin und stille Architektin
Anlässlich des 250. Geburtstags von Gräfin Lucie Pückler wird ihr Wirken in diesem Jahr besonders gewürdigt. Elke Gräfin Pückler betonte bei einem Festakt: „Lucie Pückler steht für unsere Familie bis heute für Haltung, Bildung und Gestaltungskraft.“ Kulturstaatssekretär Tobias Dünow unterstrich, dass Lucie eine der unkonventionellsten und originellsten Frauen ihrer Zeit gewesen sei. „Sie förderte, schützte und inspirierte ihren 'Lou' und prägte das Gesamtkunstwerk Branitz“, so Dünow. Damit zeigt das Themenjahr, dass hinter berühmten Namen oft stille Architektinnen stehen, deren Beitrag bisher unterschätzt wurde.
Zwei Sonderausstellungen beleuchten ihr Leben und Werk
Für das Themenjahr wurden zwei aufwendige Sonderausstellungen eröffnet, die Lucie Pücklers Einfluss detailliert darstellen:
- Die Open-Air-Ausstellung „Fürstin Lucie Pückler in Branitz“ präsentiert an fünf Stationen die frühen Entwicklungsphasen des Parks. Sie verdeutlicht die ersten Umgestaltungen und zeigt, wie entscheidend Lucie Pücklers ästhetisches Gespür für die Herausbildung des Branitzer Gartenreichs war. Besucher können so die evolutionären Schritte der Parkgestaltung nachvollziehen.
- Parallel dazu eröffnet im Schloss Branitz die Ausstellung „Die Dame/n des Hauses. Eine Spurensuche“. Diese gewährt intime Einblicke in das Leben der Fürstin. Anhand von historischen Möbeln, wertvollen Gemälden und persönlichen Briefen wird das Leben und Wirken der Frau nachgezeichnet. Die Exponate offenbaren ihre Rolle als Förderin und Inspirationsquelle.
Diese Ausstellungen heben nicht nur Lucie Pücklers individuelle Leistungen hervor, sondern betten sie in den breiteren Kontext der Kulturgeschichte ein. Sie unterstreichen, wie sehr ihr ästhetischer Einfluss das heutige Erscheinungsbild von Branitz mitgeprägt hat. Das Themenjahr dient somit als längst überfällige Hommage an eine Frau, deren kreative Kraft bisher zu wenig Beachtung fand.



