Stehender Applaus für eine Sportlegende nach 45 Jahren
Neubrandenburg • In einer bewegenden Zeremonie beim Kreissporttag des Kreissportbundes Mecklenburgische Seenplatte erhielt Marita Scharf die Ehrenmitgliedschaft. Nach 45 Jahren im Namen des Sports standen alle 88 Delegierten der Vereine auf und applaudierten der verdienten Sportfunktionärin, die eine Ära beendet.
Eine Karriere, die Generationen prägte
Marita Scharf, Jahrgang 1963, begann ihre Tätigkeit Anfang der 1980er-Jahre beim Deutschen Turn- und Sportbund. Über den Kreissportbund Demmin führte ihr Weg schließlich zum KSB MSE, wo sie als Vereinsberaterin und Koordinatorin der Sportjugend mit Büro am Sportplatz St. Georg in Altentreptow wirkte. Ihre beruflichen Stationen spiegeln eine lebenslange Hingabe zum organisierten Sport wider.
Sabine Busching, Lehrwartin im Deutschen Sportlehrerverband in Mecklenburg-Vorpommern, erinnerte in ihrer Laudatio an die gemeinsamen Anfänge 1983 beim Kinder- und Jugendsportfest in Leipzig. „Marita Scharf hielt damals bereits alle organisatorischen Fäden in der Hand“, so Busching, die betonte, dass aus der beruflichen Zusammenarbeit eine tiefe Freundschaft entstand, die bis in die Familien reichte.
Vorbild für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Altentreptows Bürgermeisterin Claudia Ellgoth (parteilos) würdigte Scharf als planvolle, verlässliche und ehrliche Persönlichkeit. „Immer konnte man sich auf dich verlassen, mit vollem Einsatz und ansteckender Freude“, sagte Ellgoth und hob hervor, dass Scharf Menschen aller Altersgruppen gleichermaßen begeistern konnte.
Der KSB-Vorsitzende Steven Giermann machte seine Dankesworte persönlich: „Ich würde hier heute nicht stehen, wenn es dich nicht gäbe.“ Giermann betonte, dass Scharf nie an sich selbst gedacht habe, sondern stets den Nachwuchs im Blick behielt. Dies zeige sich exemplarisch an Theo Hadrath, dem Landesvorsitzenden der Sportjugend, den Scharf mit aufgebaut habe.
Vielfältiges Engagement über Jahrzehnte
Marita Scharfs Wirken umfasste zahlreiche Bereiche:
- Betreuung des Deutschen Sportabzeichens
- Koordination des Förderprogramms „Gemeinsam Sport in Schule und Verein“
- Leitung des Wettbewerbs „Kinder- und jugendfreundlicher Sportverein“
- Ehrenamtliche Leitung des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball beim Landesfußballverband MV
- Landesauswahltrainerin der weiblichen U13- und U17-Mannschaften seit 1999
- Organisation des Tags des Mädchenfußballs in allen Kreisen Mecklenburg-Vorpommerns
- Engagement in Präventionsprojekten wie „Sport statt Gewalt“ und „Bewegte Kinder“
Bundesverdienstmedaille und bleibendes Vermächtnis
Bereits 2015 hatte Ministerpräsident Erwin Sellering Marita Scharf in der Schweriner Staatskanzlei die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. In der Begründung hieß es, ihr liege besonders am Herzen, dass Kinder und Jugendliche – insbesondere sozial benachteiligte – die Chance erhalten, sich im Sport bestmöglich zu entwickeln.
Die emotionale Versammlung im Sportgymnasium Neubrandenburg markierte nicht nur das Ende einer Ära, sondern auch den Beginn eines bleibenden Vermächtnisses. Wie Steven Giermann versprach: Diese Geschichte des Engagements für den Sport wird fortgeschrieben – durch all jene, die Marita Scharf inspiriert und gefördert hat.



