Nackt-Kicker in Herne: Protest gegen FIFA-Kommerz mit Rekordkulisse
Nackt-Kicker protestieren gegen FIFA-Kommerz

Nur Schuhe, Stutzen – und viel Protest! Mehr als 25 Hobbykicker sind am 1. Mai im nordrhein-westfälischen Herne komplett nackt aufgelaufen. Ihr Ziel: Ein klares Zeichen gegen die Kommerzialisierung im Fußball setzen. Statt Trikots und Shorts trugen die Spieler lediglich Haut und aufgemalte Rückennummern.

Protestbotschaften gegen die FIFA

Dazu kamen markige Protestbotschaften gegen den Weltverband FIFA und die anstehende Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Die Slogans hatten sich die nackten Kicker noch vor Anpfiff der Partie gegen ihre bekleideten Gegner – ebenfalls engagierte Laienspieler aus dem Ruhrpott – auf den Rücken malen lassen.

Initiator Gerrit Starczewski (39) erklärt die Aktion: „Die Nacktionalmannschaft ist auch eine Kunstaktion, ein Protest gegen den Kommerz im Fußball.“ Es gehe um eine Auseinandersetzung mit der Weltmeisterschaft in den USA und den Machtstrukturen rund um das Turnier. Einer FIFA, die einem US-Präsidenten Trump einen Friedenspreis überreiche, wolle man damit „einfach mal die Arschkarte zeigen“, so Starczewski. „Da geht es doch nicht mehr um Fußball, sondern nur noch um Geld.“

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Hintergrund der Aktion

Der Fotograf und Künstler hat vor elf Jahren erstmals eine nackte Mannschaft zusammengetrommelt. Seither findet das hüllenlose Spektakel regelmäßig und möglichst zweimal im Jahr statt. Zuvor hatte der Fan des Zweitligisten VfL Bochum bereits auf Musikfestivals mit Gruppenfotos voll nackter Menschen Zeichen gegen falsche Schönheitsideale und Konsum gesetzt. „Das wollte ich irgendwie mit meiner Fußballleidenschaft verbinden“, erklärt er die Idee der nackten Fußballer.

Rekordkulisse im Stadion

Inzwischen ist der Protest-Kick zum 1. Mai auch beim Publikum der Renner: Die 2700 Tickets für das Spiel im kleinen Stadion am Schloss Strünkede in Herne (Nordrhein-Westfalen) waren seit Wochen ausverkauft. „So viele Zuschauer hatten wir noch nie“, sagt Starczewski. Die Aktion sorgte für großes Medienecho und viele Diskussionen über den Einfluss des Geldes im Fußball.

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