Frauenflohmarkt in Templin: Warum dieses Kleid nicht verkauft wird
Frauenflohmarkt: Dieses Kleid bleibt unverkauft

Ein Flohmarkt mit besonderem Charme

In Templin gibt es einen Frauenflohmarkt, der weit mehr ist als ein einfacher Ramschverkauf. Hier nehmen sich Besucherinnen Zeit, probieren Kleidung an und beraten sich gegenseitig. Am 2. Mai ab 14 Uhr ist es wieder so weit – auf dem Firmengelände in der Dargersdorfer Straße 85a. Organisatorin Michaela Neumann (57) hat jedoch einige Stücke, die sie nicht verkaufen würde.

Erinnerungsstücke, die bleiben

Da ist zum Beispiel das 57 Jahre alte Hochzeitskleid ihrer Mutter, das Neumann auf der Goldenen Hochzeit ihrer Eltern noch einmal trug. Oder das Einschulungskleid, das ihre Schwiegereltern vor vielen Jahren für ihre Tochter Henrike (30) aus Bayern mitbrachten. „Im nächsten Jahr kommt meine Enkeltochter Lillibeth (5) in die Schule und trägt das Kleid“, freut sich Neumann. Diese Stücke sind für sie unverkäuflich.

Beliebter Treffpunkt für Frauen

Der Frauenflohmarkt hat sich fest im Veranstaltungskalender der Stadt etabliert. Sobald der Termin bekannt gegeben wird, sind die über 20 Stände im Handumdrehen vergeben. Neumann legt Wert auf eine gemütliche Atmosphäre: „Mir ist wichtig, dass sich Verkäufer und Käufer wohlfühlen, ins Gespräch kommen und austauschen. Zwischendurch gibt es Kaffee, Kuchen und ein Gläschen Sekt.“ Sie freut sich auf das Wiedersehen mit den „Mädels“ – einige kommen von weiter weg, andere aus der Stadt. Viele Besucher kennt sie vom Sehen, darunter auch ältere Damen mit Rollator.

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Besondere Angebote und Kuriositäten

Neben Vintage-Kleidung wird auch Neuware angeboten, die es nur bis in den Kleiderschrank geschafft hat. Im vergangenen Jahr gab es ein Brautkleid, und vor zwei Jahren bot eine Angermünderin einen Anzug an, der einem Kosmonautenanzug ähnelte – nur ohne Helm. Neumann lacht: „So etwas findet man nicht auf jedem Flohmarkt.“

Was Frauenflohmärkte besonders macht

Neumann hat in der vergangenen Woche ausgemistet und schöne Kleidungsstücke für den Markt zusammengepackt. Einiges wollte sie dem DRK spenden, doch die Mitarbeiter nahmen nichts an. Sie beobachtet, dass spezielle Frauenflohmärkte immer beliebter werden. „Fast jedes Wochenende gibt es irgendwo einen Flohmarkt, aber dort nehmen sich die Besucher selten Zeit, die Stände gründlich zu durchstöbern. Außerdem können sie sich dort meist nicht umziehen, sich nicht im Spiegel sehen oder von anderen Frauen beraten lassen.“ Ihr Markt bietet genau diese Möglichkeiten – und das macht ihn so erfolgreich.

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