„Der Teufel trägt Prada 2“: Mode, Bosheit und Zeitkritik
„Teufel trägt Prada 2“: Mode und Zeitkritik

Die mit Spannung erwartete Fortsetzung „Der Teufel trägt Prada 2“ ist endlich in den Kinos gestartet. Der Film präsentiert nicht nur atemberaubende Mode und glamouröse Menschen, sondern wagt sich auch an politische Zeitkritik heran. Doch die entscheidende Frage lautet: Ist das gelungen? Wolfgang Höbel hat den Film für den SPIEGEL unter die Lupe genommen.

Ein Blick auf die Handlung

Im Mittelpunkt stehen erneut die schillernden Figuren Miranda Priestly, gespielt von Meryl Streep, und Andy Sachs, dargestellt von Anne Hathaway. Die Handlung knüpft an die Ereignisse des ersten Teils an und führt die Zuschauer in die Welt der High Fashion, die diesmal jedoch mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen verwoben ist. Der Film bemüht sich, über die bloße Ästhetik hinauszugehen und eine Botschaft zu vermitteln.

Politische Untertöne

Die Regisseurin hat offenbar versucht, die Geschichte mit zeitkritischen Elementen anzureichern. So werden Themen wie Nachhaltigkeit, Machtmissbrauch und soziale Ungerechtigkeit aufgegriffen. Allerdings bleibt fraglich, ob diese ernsten Aspekte inmitten von Glamour und oberflächlichem Charme wirklich zur Geltung kommen. Die Kritik könnte verpuffen, wenn sie nicht konsequent durchdacht ist.

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Schauspielerische Leistungen

Meryl Streep liefert erneut eine hinreißend böse Performance als eiskalte Chefin. Anne Hathaway überzeugt als wandelnde Figur, die zwischen den Welten navigiert. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellerinnen ist spürbar und trägt den Film. Auch die Nebenrollen sind gut besetzt und verleihen der Geschichte Tiefe.

Visuelle Ästhetik

Die Mode ist wie erwartet atemberaubend. Jede Szene ist ein Fest für die Augen, mit opulenten Kostümen und stilvollen Settings. Die Kameraarbeit fängt die Pracht der Modewelt ein, ohne jedoch die kritischen Töne zu vernachlässigen. Dennoch stellt sich die Frage, ob die visuelle Pracht nicht von den ernsteren Botschaften ablenkt.

Fazit

„Der Teufel trägt Prada 2“ ist unterhaltsam und visuell beeindruckend, aber die politische Zeitkritik wirkt manchmal aufgesetzt. Fans des Originals werden auf ihre Kosten kommen, doch wer eine tiefgründige Auseinandersetzung erwartet, könnte enttäuscht werden. Der Film bleibt ein Genuss für Modefans, aber politische Tiefe sucht man vergeblich. Ein unterhaltsamer, aber nicht perfekter zweiter Teil.

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