Neue Oscar-Regeln: Keine Auszeichnungen für KI-Schauspieler
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat für die 99. Oscarverleihung im März 2027 bedeutende Änderungen beschlossen. Diese betreffen unter anderem den Umgang mit künstlicher Intelligenz, Schauspiel-Nominierungen und die Kategorie des internationalen Films.
Menschliche Darsteller vorgeschrieben
Ab sofort können Schauspielrollen nur dann für einen Oscar nominiert werden, wenn sie nachweislich von Menschen gespielt wurden. In der offiziellen Mitteilung heißt es: „In der Kategorie Schauspiel werden nur Rollen berücksichtigt, die im Abspann des Films aufgeführt und nachweislich von Menschen mit deren Einverständnis gespielt wurden.“ Dies ist eine direkte Reaktion auf die zunehmende Nutzung von KI-generierten Darstellern. Erst kürzlich sorgte eine digitale Version des verstorbenen Schauspielers Val Kilmer für Aufsehen. In einem Trailer für den Film „As Deep As The Grave“ wurde eine KI-Rekonstruktion von Kilmer gezeigt, die auf der Grundlage seines Videoarchivs erstellt wurde und von seiner Familie unterstützt wurde.
Mehrfachnominierungen in Schauspielkategorien
Eine weitere Neuerung betrifft die Möglichkeit von Mehrfachnominierungen für Schauspieler. Bislang war es nicht erlaubt, dass ein Darsteller in derselben Kategorie (Haupt- oder Nebendarsteller) für mehrere Rollen nominiert wird. Künftig ist dies möglich, sofern die Stimmenzahl ausreicht. In anderen Kategorien wie der Regie waren Doppelnominierungen bereits erlaubt, wie das Beispiel Steven Soderbergh zeigt, der 2001 für „Erin Brockovich“ und „Traffic“ als bester Regisseur nominiert wurde und für letzteren gewann.
Änderungen beim Auslands-Oscar
Größere Veränderungen gibt es auch in der Kategorie „Internationaler Spielfilm“. Bisher durfte nur der offizielle Beitrag eines Landes teilnehmen, der von einer nationalen Organisation wie German Films ausgewählt wurde. Nach den neuen Regeln können nun auch fremdsprachige Filme nominiert werden, die zuvor einen wichtigen Festivalpreis gewonnen haben, darunter die Goldene Palme in Cannes, der Goldene Bär bei der Berlinale oder der Goldene Löwe in Venedig. Zudem wird künftig nicht mehr das Einsendeland, sondern der Film selbst als Nominierter geführt. Im Oscar-Sockel wird der Name der Regisseurin oder des Regisseurs zusammen mit dem Filmtitel eingraviert.
Diese Anpassungen sollen die Oscarverleihung gerechter und zeitgemäßer gestalten. Die Academy reagiert damit auf technologische Entwicklungen und die wachsende Bedeutung internationaler Produktionen.



