46 Jahre lang war dieser Filmschatz hinter einem schweren Metalltor versteckt. Es ist das letzte Geheimnis des großen Volksschauspielers Jan Fedder († 64, „Großstadtrevier“), das jetzt von seiner Witwe Marion (63) durch einen Zufall gelüftet wurde. Ein geheimes Lager alter Filmrequisiten aus dem deutschen Kultfilm „Das Boot“ (1981) in einer Hinterhof-Garage an der Reeperbahn. Darunter der Original Peugeot 402, den Fedder nach Abschluss der Dreharbeiten in La Rochelle (Frankreich) nach Hamburg schaffen ließ!
Filmschatz lagerte heimlich in alter Garage
Jan Fedder hatte bis zu seinem Tod 2019 mehrere Garagen auf St. Pauli in Hamburg genutzt. Eine war bislang verschlossen, alle dachten, sie gehörte einem anderen Mieter. Doch jetzt stellte sich heraus, dass der TV-Star darin ein geheimes Versteck hatte. Die Witwe fand den Schlüssel dazu.
Marion Fedder zu BILD: „Der Dreh zu ‚Das Boot‘ hat zwei Jahre lang gedauert. Das war natürlich einer der größten deutschen Filme, die jemals gedreht wurden, auch mit einem Riesenaufwand. Das U-Boot ist extra gebaut worden für diesen Film. Natürlich hat Jan mir ganz viel darüber erzählt, weil der Dreh auch sehr anstrengend war, wenn 20 Schauspieler ständig auf engstem Raum zusammen sind. Er hat mir auch erzählt, dass er viele Erinnerungen daran hat. Ich wusste nur nicht wo.“
„Das Boot“ erzählt die Feindfahrt des deutschen U-Bootes „U 96“ im Zweiten Weltkrieg im Herbst 1941 während der Atlantikschlacht. Fedder spielte den Bootsmaat Pilgrim. Es war eine seiner ersten großen Rollen. Der Film wurde sechs Mal für einen Oscar nominiert. Stars wie Jürgen Prochnow (84), Herbert Grönemeyer (70) oder Heinz Hoenig (74) waren dabei.
Jan ließ die Requisiten nach Hamburg schaffen
Die Witwe weiter: „Jan hat schon immer alles Mögliche gesammelt. Nach dem Abschlussfest der Dreharbeiten in La Rochelle hat er sich Drehpläne, Architektenpläne für das U-Boot, seine alte Wehrmachtsmarke und private Fotos gesichert. Und den Peugeot, der in der Abschlusszene während der Bombardierung zu sehen ist. Er hat ihn mit einer Spedition nach Hamburg bringen lassen. Ein äußerst seltenes Vorkriegsmodell.“ Das schließlich auf der Reeperbahn landete …
Und weiter: „Jan war als junger Mann sehr stolz, dass er dabei sein durfte. Das war für Jan der körperlich anstrengendste Dreh, diese ständige Enge kommt ja auch sehr gut rüber in dem Film. In den ‚Bavaria Filmstudios‘ wurde außerdem mit einer riesigen Wippe ständig künstlicher Seegang im Boot erzeugt.“
Was passiert jetzt mit dem Schatz?
Die Witwe: „Der Wagen ist im Augenblick heller als im Film, weil er mit einem Sandstrahler behandelt wurde.“ So wurde das Wehrmachtsgrau (ein Tarnanstrich) entfernt. Marion Fedder weiter: „Ich will ihn im Originalzustand wiederherstellen lassen. Dieses Stück Filmgeschichte muss der Nachwelt erhalten bleiben.“
Marion und Jan Fedder waren von Juli 2000 bis zu seinem Tod verheiratet, lebten in Hamburg.



