Münchens Flux: Bunter Kultur-Hotspot vor Pinakothek der Moderne startet in zweite Saison
Im Herzen der Maxvorstadt entsteht ein neuer pulsierender Treffpunkt, der Münchens Szene-Landschaft bereichert. Nur einen Steinwurf von der traditionsreichen Pinakothekenwiese entfernt, erstrahlt das quietschbunte Flux in leuchtenden Farben – und wird nun sogar noch erweitert. Die Frage drängt sich auf: Entsteht hier ein dauerhafter Sommer-Hotspot für die Stadt?
Ein Klassiker und seine Nachbarn: Die Pinakothekenwiese und Minna Thiel
Die Wiese vor der Alten Pinakothek an der Gabelsbergerstraße hat sich längst als klassischer Treffpunkt etabliert. Sobald die ersten Frühlingssonnenstrahlen erscheinen, bevölkern Klappliegestühle die Fläche, Sportbegeisterte tummeln sich und gesellige Gespräche füllen die Luft. Dieser Ort der Begegnung genießt seit Jahren größte Beliebtheit.
Direkt gegenüber, auf der anderen Seite der Gabelsberger Straße, pflegt die Kulturtruppe vom Bahnwärter Thiel seit fast einem Jahrzehnt einen weiteren lebendigen Ort. Die Minna Thiel vor den Türen der Hochschule für Fernsehen und Film bietet mit ihrer graffiti-besprühten Containerbar am Bernd-Eichinger-Platz Getränke und Snacks. Ein ausrangierter Schienenbus dient als Bühne für Konzerte und DJ-Auftritte, während ein Zirkuszelt bei schlechtem Wetter Schutz bietet.
Anfängliche Konflikte mit der Nachbarschaft haben sich deutlich beruhigt, und das Angebot wurde um einen veganen Foodtruck erweitert. Diese etablierten Orte bilden die perfekte Kulisse für den neuesten Zuwachs im Viertel.
Das Flux: Ein dritter Ort ohne Konsumzwang
In östlicher Richtung, nur wenige Schritte über die Barer Straße, erhebt sich das Flux – ein riesiger, farbenfroher Holzaufbau auf dem ehemaligen Schotterplatz vor der Pinakothek der Moderne. Dieser Platz diente zuvor hauptsächlich als Parkplatz, doch seit Juni des vergangenen Jahres hat sich hier eine lebendige Zwischennutzung etabliert.
Nun bereitet sich das Flux auf seine zweite und erste volle Saison vor, in der das warme Wetter sicherlich zahlreiche Besucher anlocken wird. Das Team der Stiftung Pinakothek der Moderne, die für das Projekt verantwortlich zeichnet, hat innovative Erweiterungen umgesetzt. Ab dem 1. Mai wird das sogenannte Baumhaus im Wintergarten der Pinakothek das Innere mit dem Äußeren verbinden.
Bei einem Besuch Anfang April wurde noch eifrig gehämmert und gemalt. Nach der Fertigstellung entsteht im Inneren der Pinakothek eine einstöckige Aufenthaltsfläche, die mit einer Hebebühne für Inklusion sorgt und das Flux-Angebot signifikant erweitert. Dies schafft noch mehr Möglichkeiten für Begegnungen und gemeinsame Zeit.
Ein zentrales Merkmal des Flux ist die fehlende Konsumpflicht. Zwar gibt es gastronomische Angebote wie einen Foodtruck, eine Bar und seit Neuestem das Shin Shin mit japanischen Ramen. Doch auf dem gesamten Gelände darf man sich einfach ein Plätzchen suchen und verweilen – selbst Mitgebrachtes ist ausdrücklich erwünscht.
Kostenloses Kulturprogramm und extravagante Architektur
Neben der Gastronomie bietet das Flux ein umfangreiches und komplett kostenloses kulturelles Programm. Etabliert haben sich bereits das Community Yoga am Mittwochabend, die Silent Disco mit Kopfhörer-Tanzvergnügen und regelmäßige Kunstworkshops für alle Altersgruppen am Wochenende.
Hinzu kommt eine offene Bühne, bei der sich Interessierte mit Musik, Tanz, Theater, Poesie oder anderen kreativen Projekten anmelden können. Dies fördert die lokale Kunstszene und schafft eine Plattform für Talente.
Die extravagante Architektur des Flux verdient besondere Erwähnung. Gestaltet wurde die Installation von der renommierten Künstlerin Morag Myerscough, die für immersive Werke mit leuchtenden Farben und geometrischen Formen bekannt ist. Ihr Entwurf entstand in enger Zusammenarbeit mit Menschen vor Ort, was dem Projekt eine authentische Note verleiht.
Das Flux ist zunächst für fünf Jahre geplant, mit einer Option auf Verlängerung um weitere fünf Jahre. Diese Perspektive unterstreicht das langfristige Engagement für diesen einzigartigen Ort.
Insgesamt festigt das Flux seine Position als vitaler dritter Ort in der Maxvorstadt – ein Raum für Kultur, Gemeinschaft und ungezwungenes Zusammensein, der Münchens urbanes Leben bereichert.



