Michael Rösch: Ex-Biathlet spricht über mutigen Schritt und Depressionen
Der ehemalige Biathlet Michael Rösch hat sich ausführlich zu den Reaktionen geäußert, nachdem er seine jahrelangen Depressionen öffentlich gemacht hat. In einem Interview bei Eurosport erklärte der 42-Jährige, dass der Schritt an die Öffentlichkeit für ihn „wie eine Therapie“ gewesen sei. Vor einigen Wochen hatte Rösch bereits in seinem Podcast „Nacksch – vom Olympiasieg in die Depression“ über die Anfänge seiner psychischen Erkrankung sowie die tiefgreifenden Auswirkungen auf sein Leben gesprochen.
Überwältigende Resonanz und persönliche Herausforderungen
Michael Rösch zeigte sich nach seinen Offenbarungen „erschrocken, wie viele Leute mir geschrieben haben, mit denen ich vorher nie Kontakt hatte, die von ähnlichen Erlebnissen berichtet haben“. Viele Menschen hätten sich bei ihm bedankt und berichtet, dass sie durch sein Beispiel den Mut gefunden hätten, sich professionelle Hilfe zu holen. „Das war für mich aber auch schwierig“, gestand Rösch. „Ich bin kein Therapeut, aber man hat das Bedürfnis zu antworten, wenn einem jemand schreibt.“
Sechs Wochen nach seiner öffentlichen Bekanntmachung könne er jedoch ein durchweg positives Fazit ziehen: „In der Folge haben sich viele Bekannte bedankt, es war rundum positiv. Also jetzt, sechs Wochen später, fühle ich mich sehr gut damit.“
Leistungssport und psychischer Druck
Rösch brachte in seinem Interview auch prominente Beispiele aus dem Leistungssport ins Spiel: „Man hört davon, man weiß es, aber es gerät eben auch schnell wieder unter den Teppich. Gerade im Leistungssport ist es auch ein Thema, man hat bei Vanessa Voigt oder Franziska Preuß gesehen, was für Kommentare teilweise kommen.“ Der ehemalige Spitzensportler wies dabei auf die besonderen Gefahren sozialer Medien hin: „Deshalb zeigt Social Media, wie schnell es auch in die andere Richtung gehen und psychischen Druck auslösen kann.“
Klare Aufforderung an Betroffene
Aus seinen persönlichen Erfahrungen und den gesammelten Rückmeldungen leitet Michael Rösch eine klare und dringende Aufforderung ab: „Wenn man etwas hat, sollte man sich Hilfe holen.“ Der Ex-Biathlet betont damit die Wichtigkeit professioneller Unterstützung bei psychischen Erkrankungen und ermutigt Betroffene, den ersten Schritt zu wagen. Seine Offenheit hat nicht nur zahlreiche Menschen erreicht, sondern auch eine wichtige gesellschaftliche Diskussion über psychische Gesundheit im Leistungssport angestoßen.



