Großeinsatz in Prenzlau: Notärzte und Sanitäter kämpfen an B198 um Leben
Ein massiver Rettungseinsatz mit zahlreichen Fahrzeugen der URG sorgte am Dienstagvormittag für Aufsehen an der B198 in Prenzlau. Über eine Stunde lang kämpften Notärzte und Rettungssanitäter dort um das Leben eines Passanten, der gemeinsam mit seiner Ehefrau auf dem Weg zu einem Arzttermin gewesen war.
Plötzlicher Bewusstseinsverlust vor Seniorenzentrum
In Höhe des AWO-Seniorenzentrums Dr. Margarete Blank verlor der Mann plötzlich das Bewusstsein. Sofort sprangen Mitarbeiter des Seniorenzentrums ein, die durch die alarmierte Ehefrau auf die Notsituation aufmerksam gemacht worden waren. Sie begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen, brachten Decken und bereiteten wärmenden Tee für die unter Schock stehende Begleiterin zu.
„Die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle gaben uns am Telefon hilfreiche Unterstützung, bis die professionellen Rettungskräfte vor Ort eintrafen“, berichtet Andrea Engelke, Betriebsleiterin des Seniorenzentrums. Zur Verstärkung wurden ein zusätzlicher Notarzt und spezialisierte Notfallsanitäter mit einem Rettungshubschrauber eingeflogen, der im gegenüberliegenden Stadtpark landete.
Herausforderungen bei der Einsatzabsicherung
Eine direkte Landung des Hubschraubers auf der Bundesstraße selbst, um einen möglichen Transport des Patienten über die vereisten und abschüssigen Wege zum Stadtpark zu vermeiden, war aufgrund des fließenden Verkehrs nicht möglich. Da keine Polizeikräfte unmittelbar verfügbar waren, übernahmen spontan uniformierte Mitarbeiter des Prenzlauer Ordnungsamtes die Absicherung der kritischen Einsatzstelle.
Allerdings zeigten sich manche Autofahrer in der Kurve nahe der Kreuzung zur Grabowstraße mit der ungewöhnlichen Situation überfordert und brachten die städtischen Mitarbeiter dadurch wiederholt in brenzlige Situationen. Die Helfer aus dem Seniorenzentrum, voller Mitgefühl für das betroffene ältere Paar, versuchten im Nachhinein in gemeinsamen Gesprächen, das dramatische Geschehen zu verarbeiten.
Europäischer Tag des Notrufs mit wichtigen Hinweisen
Passend zum zeitnahen Europäischen Tag des Notrufs am 11. Februar weist Christian Wehry, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), auf eine entscheidende „Faustregel“ hin: „Bei akuter Lebensgefahr, wie Verdacht auf Herzinfarkt, Schlaganfall oder schweren Unfällen, ist die 112 zu wählen. Die richtige Wahl bei plötzlich auftretenden Infekten, hohem Fieber oder akuten Schmerzen außerhalb der Sprechzeiten ist die 116 117.“
Catrin Steiniger, Vorstandsvorsitzende der KVBB, betont: „Unser Ziel ist die richtige Versorgung am richtigen Ort. Während politisch vielerorts noch über die Vernetzung der Notfallversorgung debattiert wird, setzen wir diese in Brandenburg bereits erfolgreich um. Die enge Kooperation zwischen der 116117 und der 112 ist gelebte Realität. Sie nimmt den Menschen die Angst vor einer Fehlentscheidung und hält den Rettungskräften den Rücken frei für echte lebensbedrohliche Notfälle.“
Der in Angermünde stationierte Rettungshubschrauber landete am 10. Februar im Prenzlauer Stadtpark und unterstützte damit den komplexen Großeinsatz, der die enge Verzahnung verschiedener Rettungsdienste und die Bedeutung korrekter Notrufentscheidungen eindrucksvoll demonstrierte.



