Drei Jahrzehnte Engagement: Eveline Rode verlässt das Haus Helene
Nach genau 30 Jahren an der Spitze der Einrichtung wurde Eveline Rode nun von Bewohnern, Kollegen und langjährigen Wegbegleitern in einem festlichen Rahmen in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Die emotionale Feier fand im Gutshaus Camin statt, wo das Haus Helene seit März 1996 unter ihrer Leitung steht.
Von der Pflegeeinrichtung zur Suchtkrankenhilfe
Eveline Rode blickt auf eine bewegte Zeit zurück. "Als ich hierherkam, befand sich in diesem Gebäude noch ein Altenheim, dessen Bewohner gerade in neue Einrichtungen in Hagenow und Wittenburg umzogen", erinnert sich die scheidende Leiterin. Zuvor hatte sie bereits acht Jahre lang ein Pflegeheim im Herrenhaus Melkof geleitet. Der Übergang zur Suchtkrankenhilfe stellte eine besondere Herausforderung dar, denn drei ehemalige Bewohner aus Melkof folgten ihr nach Camin.
Die ersten Monate in der neuen Funktion waren geprägt von umfassenden Anpassungen. "Die Betreuung von Senioren ist kaum mit der von Suchtkranken mit chronischen Folgeerkrankungen zu vergleichen", erklärt Rode. Die gesamte Einrichtung war ursprünglich stark auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet, sodass gemeinsam mit den Klienten Räume und Abläufe neu gestaltet werden mussten.
Herausforderungen und Erfolge im Haus Helene
Das Haus Helene bietet Platz für 40 Bewohner, die nach langjährigem Drogen- oder Alkoholkonsum an chronischen Erkrankungen leiden. Ein großer Vorteil der Einrichtung ist das weitläufige Außengelände mit verschiedenen Nebengebäuden, in denen Werkstätten, Kreativräume und Rückzugsmöglichkeiten eingerichtet wurden. Diese Beschäftigungsangebote sind laut Sozialarbeiter Leon-Finn Hille von entscheidender Bedeutung: "Die Sucht bindet viel Zeit. Wenn Alkohol oder Drogen wegfallen, muss plötzlich viel Zeit sinnvoll gefüllt werden."
Zu Beginn ihrer Tätigkeit sah sich Eveline Rode mit zahlreichen Vorurteilen in der Dorfgemeinschaft und bei potenziellen Mitarbeitern konfrontiert. "Ein Haus für Suchtkranke löst mehr Ängste aus als etwa ein Seniorenheim", berichtet sie. Durch gemeinsame Aktionen wie die Reparatur des kaputten Zauns am örtlichen Kindergarten gelang es jedoch, Brücken zu bauen und Vertrauen aufzubauen.
Persönliches Engagement und herzlicher Abschied
Ihre Stellvertreterin Anna Voß betont das immense Herzblut, das Eveline Rode in das Haus Helene investiert hat. Auch Pastor Axel Prüfer würdigte in seiner Andacht ihre "herzliche, aber bestimmte" Art, die er in den Jahren der Zusammenarbeit schätzen gelernt habe. Die Verbindung zur örtlichen Kirchengemeinde hatte Rode kurz nach der Eröffnung des Hauses aktiv gesucht und kontinuierlich ausgebaut.
Den bevorstehenden Ruhestand betrachtet die scheidende Leiterin mit gemischten Gefühlen. "Ich habe einen Garten, einen Hund und auch vieles zu ordnen, das über die Jahre liegen geblieben ist", erzählt sie. Die zahlreichen Gäste, Mitarbeiter und Bewohner des Hauses Helene wünschten ihr bei der Abschiedsfeier alles Gute für diesen neuen Lebensabschnitt.



