Alessandro Zanardi ist tot. Der italienische Rennfahrer und Paralympics-Star starb im Alter von 59 Jahren. Zanardi schaffte es aus einfachen Verhältnissen in die Formel 1. Bei einem Unfall verlor er später beide Beine, fast sein Leben, aber nicht seine Liebe zum Sport. Viermal gewann er Gold mit dem Handbike und bekam Post vom Papst. Ein Nachruf.
Der Aufstieg aus einfachen Verhältnissen
Alessandro Zanardi wurde am 23. Oktober 1966 in Bologna geboren. Schon als Junge träumte er davon, Rennfahrer zu werden. Mit 18 Jahren begann er seine Karriere im Kartsport, wechselte schnell in die Formel 3 und später in die Formel 1. 1991 gab er sein Debüt in der Königsklasse des Motorsports. Obwohl er nie ein Top-Team fand, beeindruckte er durch seinen unermüdlichen Einsatz und sein Talent. Nach einigen Jahren in der Formel 1 wechselte er in die CART-Serie in den USA, wo er 1997 und 1998 die Meisterschaft gewann. Sein Siegeswille war legendär.
Der schwere Unfall und der Neuanfang
Im September 2001 erlitt Zanardi bei einem Rennen in Deutschland einen schweren Unfall. Er verlor die Kontrolle über sein Auto und wurde von einem anderen Fahrzeug erfasst. Die Ärzte kämpften um sein Leben, mussten ihm beide Beine amputieren. Zanardi überlebte, aber sein Leben hatte sich für immer verändert. Doch er gab nicht auf. Bereits wenige Monate nach dem Unfall begann er mit dem Training für den Handbike-Sport. „Ich wollte zeigen, dass das Leben weitergeht“, sagte er später.
Vierfacher Paralympics-Sieger und Botschafter des Sports
Zanardi wurde zu einem der erfolgreichsten Behindertensportler der Welt. Bei den Paralympischen Spielen 2012 in London gewann er zwei Goldmedaillen im Handbike. 2016 in Rio de Janeiro holte er erneut Gold und Silber. Insgesamt viermal stand er ganz oben auf dem Treppchen. Seine Erfolge machten ihn zu einer Symbolfigur für Durchhaltevermögen und Lebensfreude. Sogar Papst Franziskus schrieb ihm einen Brief, in dem er ihn für seinen Mut lobte.
Ein Leben für den Sport
Neben dem Handbike blieb Zanardi dem Motorsport verbunden. Er arbeitete als Kommentator und nahm an Rennen für behinderte Fahrer teil. 2019 erlitt er bei einem Handbike-Unfall schwere Kopfverletzungen, von denen er sich nie vollständig erholte. Am 2. Mai 2026 starb er an den Folgen. Die Sportwelt trauert um einen außergewöhnlichen Athleten und Menschen. Alessandro Zanardi wird als der Mann in Erinnerung bleiben, der immer weiterkurbelte – gegen alle Widrigkeiten.



