Kostenlose Lungenkrebs-Früherkennung startet in Berlin und Brandenburg
Lungenkrebs-Checks für Raucher starten in Berlin-Brandenburg

Neue Früherkennungsleistung für starke Raucher startet

Im April beginnt eine neue Ära in der Krebsvorsorge: Die gesetzlichen Krankenkassen führen die Lungenkrebs-Früherkennung als reguläre Leistung ein. Diese Untersuchung richtet sich speziell an langjährige starke Raucher und soll helfen, Tumore in einem früheren Stadium zu entdecken. Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland, wird jedoch oft erst spät diagnostiziert, was die Heilungschancen deutlich verringert.

Erste Angebote in Berlin und Brandenburg

An der Berliner Charité laufen bereits seit der zweiten Märzwoche die ersten Untersuchungen im Rahmen eines Pilotprojekts. Innerhalb einer Woche konnten bereits 30 Teilnehmer mittels Niedrigdosis-Computertomographie (CT) untersucht werden, berichtet Charité-Radiologe Jens Vogel-Claussen. Interessierte können über eine spezielle Webseite der Charité prüfen, ob sie für die Untersuchung infrage kommen und direkt Termine vereinbaren.

Am Berliner Lungenkrebszentrum im Helios Klinikum Emil von Behring startet das Screening ebenfalls im April. Weitere Kliniken wie Vivantes planen, das Angebot an mindestens drei Standorten sowie innerhalb ihrer Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) umzusetzen, sobald die erforderlichen Genehmigungen vorliegen.

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Herausforderungen in Arztpraxen

In den niedergelassenen Arztpraxen wird die Umsetzung etwas mehr Zeit benötigen. Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin gibt an, dass das Screening nicht pünktlich zum 1. April in allen Praxen starten kann. Ärzte können Patienten jedoch an radiologische Praxen überweisen, erklärt Sprecherin Kathrin Weiß. „Auch wenn der Start bundesweit etwas mehr Zeit benötigt, sind wir in Berlin gut vorbereitet und werden gemeinsam mit den Radiologinnen und Radiologen alles daransetzen, das Angebot so bald wie möglich umzusetzen.“

In Brandenburg zeigen ebenfalls mehrere Praxen Interesse an der neuen Leistung, wie die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg mitteilt. Eine genaue Anzahl kann derzeit noch nicht genannt werden. Sobald die administrativen und qualitätssichernden Prüfprozesse abgeschlossen sind, soll das Angebot schrittweise aufgebaut werden.

Qualifizierung für Hausärzte

Sandra Blumenthal-Beier, Co-Vorsitzende des Hausärzteverbands Berlin und Brandenburg, berichtet, dass es inzwischen mehrere Schulungsangebote für Hausärzte gibt, um sich für die neue Früherkennungsleistung zu qualifizieren. Allerdings werden entsprechende Fortbildungen im Berliner Raum erst seit wenigen Wochen angeboten, was die flächendeckende Umsetzung zunächst verlangsamt.

Wer hat Anspruch auf die Untersuchung?

Die neue Leistung basiert auf einem Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) sowie der vorausgegangenen Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung des Bundesumweltministeriums. Das Angebot richtet sich an:

  • Aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren
  • Personen, die mindestens 25 Jahre ohne lange Unterbrechung geraucht haben
  • Personen mit mindestens 15 Packungsjahren (berechnet durch Multiplikation der täglich gerauchten Zigarettenpackungen mit den Raucherjahren)

Das Screening bezieht sich ausschließlich auf Zigarettenkonsum, nicht auf andere Tabakprodukte. Ziel ist es, bei dieser besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe Lungenkrebs möglichst früh zu erkennen und damit die Überlebenschancen deutlich zu verbessern.

Hintergrund: Lungenkrebs in Deutschland

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) erkranken jährlich rund 56.500 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs. Bei Männern ist Lungenkrebs mit etwa 28.000 Todesfällen pro Jahr die häufigste Krebs-Todesursache. Bei Frauen steht Lungenkrebs mit 17.000 Todesfällen jährlich an zweiter Stelle der krebsbedingten Todesursachen. Die neue Früherkennungsmaßnahme soll dazu beitragen, diese alarmierenden Zahlen langfristig zu senken.

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