Klinikum Dessau: Chefärzte fordern Vertragsverlängerung der Leitung - OB Reck kritisiert Zeitplan
Chefärzte fordern Vertragsverlängerung für Klinikum Dessau

Klinikum Dessau: Chefärzte fordern Vertragsverlängerung der Leitung - OB Reck kritisiert Zeitplan

In dieser Woche kam es zu einem ungewöhnlichen Schritt in Dessau: Die Chefärzte des Städtischen Klinikums stellten sich öffentlich hinter die aktuelle Leitung des Hauses und forderten nachdrücklich deren Vertragsverlängerung. Für Außenstehende mag dies verwunderlich wirken, doch Björn Saft und Christoph U. Herborn haben das Krankenhaus in Alten während schwierigster Zeiten übernommen und einen Sanierungskurs eingeleitet, der bewusst auf radikale Schnitte verzichtete.

Erfolgreiche Sanierung mit messbaren Ergebnissen

Die Bilanz der beiden Klinikleiter kann sich sehen lassen: Im Jahr 2025 gelang es in einem ersten Kraftakt, das geplante Defizit von 31 auf 24,5 Millionen Euro zu reduzieren. Für das laufende Jahr liegt der Planansatz bei 15,8 Millionen Euro, und bis 2029 soll der Schuldenberg vollständig abgebaut werden. Doch genau dieser Zeitpunkt sorgt für politischen Zündstoff.

Beim Neujahrsempfang im Anhaltischen Theater ließ Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Robert Reck im Januar einen Satz fallen, der von vielen als deutliche Kritik verstanden wurde: „Ich bin ehrlich, mir ist das eigentlich zu spät.“ Solche klaren Worte sind von Reck eher ungewöhnlich, doch sie zeigen die Spannungen rund um die Sanierungsgeschwindigkeit des Klinikums.

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Politisches Kräftemessen um die Vertragsverlängerung

Die Diskussionen um die Vertragsverlängerung entwickelten sich keineswegs zum Selbstläufer. In den vergangenen Wochen wuchs die Unruhe, und der Konflikt eskalierte zu einem Machtspiel zwischen Oberbürgermeister und Stadträten. Diese entdeckten ein wirksames Druckmittel: den bereits beschlossenen Haushalt 2026, der noch der Beitrittsverfügung des Landesverwaltungsamtes bedarf.

Nach einer inoffiziellen interfraktionellen Runde am Dienstag tagte am Mittwoch der offizielle Hauptausschuss – größtenteils nicht öffentlich. Aus den Sitzungen sickerte durch: Saft und Herborn bleiben bis Ende 2029 im Amt. Diese Entscheidung erscheint vernünftig, denn ein Wechsel der Hausspitze mitten im Sanierungsprozess hätte den eingeschlagenen Kurs torpediert und hohe Kosten verursacht – ein Punkt, den auch die Chefärzte mit Nachdruck betonten.

Umwandlung in gemeinnützige GmbH geplant

Mit der Vertragsverlängerung verbunden ist die geplante Umwandlung des Eigenbetriebs in eine gemeinnützige GmbH. Diese Rechtsänderung schafft neue finanzielle Spielräume, denn die Sanierung des Städtischen Klinikums hat die Stadt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht und enorme Summen verschlungen.

Allerdings führt der Zeitpunkt dieser Umwandlung zu kontroversen Diskussionen. Ursprünglich war das Jahr 2029 im Gespräch, wenn die Sanierung abgeschlossen sein soll. Nun scheint 2027 favorisiert zu werden – das letzte Jahr, in dem das Klinikum noch mit einem hohen Millionenminus rechnet. Diese Variante würde der Stadt kurzfristig helfen, könnte jedoch den Start der gemeinnützigen GmbH erschweren. Wie ein altes Sprichwort sagt: Man muss sich entscheiden, welchem nackten Mann man in die Tasche greifen will.

Am kommenden Mittwoch tagt der Stadtrat erneut. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Entwicklungen bis dahin eintreten werden.

Handball: Ex-Trainer Uwe Jungandreas feiert Erfolge in Aue

Im Sportteil des Newsletters geht es um den ehemaligen Dessauer Handballtrainer Uwe Jungandreas. Nach seinem nicht ganz freiwilligen Abschied aus Dessau-Roßlau übernahm er im Sommer den Drittligisten EHV Aue, drehte die Mannschaft komplett um und feiert nach anfänglichen Problemen nun beeindruckende Erfolge.

Mit 15 Siegen in Folge hat sich das Team an die Tabellenspitze gespielt. Am vergangenen Wochenende wurde der bisherige Spitzenreiter Braunschweig mit 40:33 besiegt und entthront. Erfolgreichster Torschütze war Paul Bones mit elf Treffern – ebenfalls ein ehemaliger Spieler des DRHV. Jungandreas lobte sein Team überschwänglich: „Was die Jungs da rausgezaubert haben, da muss man sich ganz tief verneigen. Das war großes Kino.“

Ob es in der kommenden Saison zu einem Wiedersehen mit dem Dessau-Roßlauer HV kommt, bleibt ungewiss. Trotz einiger Verzichte auf Aufstiegsrechte droht in der Aufstiegsrunde namhafte Konkurrenz durch Teams wie den TV Emsdetten und Absteiger ASV Hamm.

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Weitere lokale Meldungen aus Dessau und Umgebung

Baumwurzeln in Meinsdorf: In der Bahnhofsstraße haben Baumwurzeln den Fußweg angehoben, was zu großer Aufregung im Ort führte. Mitarbeiter von Tiefbau- und Umweltamt präsentierten im Ortschaftsrat Lösungsvorschläge.

Jubiläum im Waldbad: Das Dessauer Freibad Waldbad feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen und kündigt erste Events an, darunter einen Auftritt von Dr. Motte, dem legendären Vater der Loveparade.

Verkehrssicherheit in Roßlau: Nach einem tödlichen Unfall auf der Dessauer Straße fordert der ADFC bessere Radwegplanungen, mehr Rücksicht im Straßenverkehr und die Anwendung des „niederländischen Griffs“.

Neuer Supermarkt in Mosigkau: Die Supermarktkette Netto plant eine Niederlassung auf 800 Quadratmetern Verkaufsfläche, um eine Lücke zu schließen, die seit Mitte der 2010er Jahre besteht.

Kulturelle Highlights und Veranstaltungen

Bluesnacht im Bauhaus: Am Freitag, den 17. April, sind „Roger C. Wade and The Houserockers“ im Café-Bistro im Bauhaus zu Gast. Wade gilt als herausragender Mundharmonikaspieler.

Politikdiskussion in der Marienkirche: Gregor Gysi und Peter-Michael Diestel sprechen unter dem Titel „Zwei Unbelehrbare reden über Deutschland und ein bißchen über sich selbst“ im Mitteldeutschen Theater.

Musikalische Lesung im Schwabehaus: Mayjia Gille und Timm Völker präsentieren mit „Born im Niemandsland“ eine deutsch-deutsche Ausreisegeschichte in Art-Pop-Songs.

Heimatmarkt am Rathaus-Center: Am Samstag, den 18. April, verwandelt sich der Platz an der Friedensglocke in einen lebendigen Treffpunkt mit lokalen und regionalen Produkten.

Handball in der Anhalt-Arena: Der Dessau-Roßlauer HV trifft am Freitag, den 17. April, auf den TV Hüttenberg und arbeitet weiter an der besten Zweitliga-Saison aller Zeiten.

Kulinarisches und Gastronomie

Burgerkette kehrt zurück: Nach der Schließung im April 2025 liefert die Burgerkette „Burgerme“ seit dieser Woche wieder in Dessau aus – innerhalb von 25 Minuten. Franchisenehmer ist Md Ariful Islam.

Jubiläum bei „Zieglers“: Das Restaurant in Wörlitz feierte seinen 10. Geburtstag. Chef Stephan Ziegler dankte auf Facebook allen Gästen für die Treue über die Jahre.

Spargelmenü an der Goitzsche: In der „Villa am Bernsteinsee“ bei Bitterfeld gibt es am 26. April ein Feinschmeckermenü „Spargel satt“ mit Spargel in allen Variationen für 39,90 Euro pro Person.

Tanz in den Mai in Vockerode: „Alberts Treibhaus“ bereitet für den 30. April einen „Tanz in den Mai“ mit kulinarischen Köstlichkeiten, Wein und DJ vor.

Social Media und lokale Debatten

Poller in der Zerbster Straße: Die Poller sorgen regelmäßig für hitzige Diskussionen. Ein Facebook-Post der FDP mit deutlicher Kritik erreichte über 16.400 Personen.

Viraler Hit über Pilotenlegende: Eine kleine Ankündigung zum Hugo-Junkers-Fest mit Interflug-Chefpilot Dieter Kallbach brachte 91.600 Aufrufe. Kallbach absolvierte in 64 Jahren 14.678 Starts und 34.312 Flugstunden.

Kultur und Sport überregional

Bauhaus-Fotografinnen in Berlin: Eine Ausstellung im Museum für Fotografie zeigt, wie Bauhaus-Fotografinnen vor 100 Jahren Pionierinnen des Mediums waren und die Kamera als Instrument der Emanzipation nutzten.

Handballtorwart beendet Karriere: Dominik Plaue, der in Dessau nie zu seiner Form fand, verkündete überraschend sein Karriereende, nachdem TuSEM seinen Vertrag nicht verlängerte.

Tierpark Dessau: Bären erwachen aus Winterschlaf

Ende November 2025 waren die ussurischen Kragenbären im Dessauer Tierpark in den traditionellen Winterschlaf gegangen. Nun ist dieser beendet, wie aktuelle Fotos zeigen: Mutter Anastasia und die kleinen Bären Heinrich und Henriette tollen bereits auf der Außenanlage des Bärengeheges herum.