Drillinge starten Spendenaktion für Mutter mit Lipödem: Wettlauf gegen die Zeit in Prenzlau
Drillinge sammeln für Mutter mit Lipödem in Prenzlau

Wettlauf gegen die Zeit: Drillinge kämpfen für ihre Mutter mit Lipödem

In Prenzlau in der Uckermark spielt sich ein bewegender familiärer Kampf gegen eine tückische Krankheit ab. Die 26-jährigen Drillinge Maurice, Justice und Patrice haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um ihrer Mutter Diana Borchardt zu helfen. Die 53-Jährige leidet seit 2008 an einem schweren Lipödem, einer chronischen Fettverteilungsstörung, die ihr Leben zur Qual macht.

Ein Alltag voller Schmerzen und Einschränkungen

Diana Borchardt beschreibt ihren Zustand mit eindringlichen Worten: „Ich stehe mit Schmerzen auf und gehe mit Schmerzen ins Bett.“ Jede Bewegung, jede Berührung verursacht Qualen. Besonders schmerzlich ist für sie die Tatsache, dass sie sich nicht allein mit ihrer eineinhalbjährigen Enkeltochter auf den Spielplatz traut – aus Angst, dem Kind nicht schnell genug folgen zu können, sollte es davonrennen.

Die Krankheit, die vorwiegend Frauen betrifft, äußert sich durch chronische Schwellungen als Folge einer gestörten Fettverteilung und eines geschädigten Lymphsystems. „Es ist ein Gefühl, als hätte ich Betonklötze an den Beinen“, schildert die Prenzlauerin ihre tägliche Last.

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Ein aufwendiger Behandlungsalltag

Ihr Leben ist von medizinischen Routinen geprägt: Zweimal wöchentlich muss Diana Borchardt zur Lymphdrainage – montags 90 Minuten an den Beinen, mittwochs 60 Minuten an den Armen. Spezielle Kompressionsstrümpfe für Knie und Arme sowie Spezialhosen sollen die Auswirkungen der Erkrankung eindämmen, doch heilbar ist sie nicht.

Alle zwei Jahre kämpft sie sich, oft mit Widerspruchsbescheid, zur Lymph-Rehaklinik in der Nähe von Rheinsberg durch. Dort wird sie zunächst mehrere Tage komplett bandagiert, was sie selbst mit den Michelin-Männchen vergleicht. Trotz dieser intensiven Behandlungen ist der Erfolg nur vorübergehend.

Die Hoffnung auf operative Hilfe

Die große Hoffnung der Familie liegt auf einer speziellen Liposuktion, bei der unter Vollnarkose das krankhaft veränderte Unterhautfettgewebe dauerhaft entfernt wird. Drei bis vier operative Eingriffe wären notwendig, von denen jeder etwa 6000 Euro kostet.

Diana Borchardt erfüllt zwar das Stadium 3 der Erkrankung als OP-Voraussetzung, doch ihr Body-Mass-Index von 46 ist zu hoch, als dass die Krankenkasse die Kosten übernehmen würde. In Berlin gibt es eine spezialisierte Klinik, die Patienten bis zu einem Gewicht von 130 Kilogramm operiert – die Prenzlauerin liegt knapp darüber, doch ein Beratungsgespräch verlief erfolgversprechend.

Ein Wettlauf gegen den fortschreitenden Krankheitsverlauf

Ihre Drillinge haben auf der Plattform „gofundme“ unter dem Titel „Mutter von Drillingen ein neues Leben ermöglichen“ eine Spendenaktion gestartet. „Wir lieben sie und möchten alles unternehmen, damit sie wieder ein schmerzfreies Leben führen kann“, erklären die drei Geschwister. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Krankheitsverlauf schreitet unerbittlich voran.

Trotz ihrer schweren Erkrankung arbeitet Diana Borchardt in Vollzeit in der Kreisverwaltung und hat ihre neue Wohnung bewusst in der Nähe ihres Arbeitsplatzes gesucht. Im nahe gelegenen Stadtpark dreht sie mit Walkingstöcken ihre Runden – von Parkbank zu Parkbank, denn weiter reicht ihre Kraft nicht. Mit gelenkschonenden Sportarten wie Schwimmen versucht sie dennoch, in Bewegung zu bleiben.

Die Familie hofft auf die Solidarität der Gemeinschaft, um Diana Borchardt den dringend benötigten operativen Eingriff zu ermöglichen und ihr den langersehnten schmerzfreien Alltag mit ihrer Enkeltochter zu schenken.

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