Studienanalyse: Kollagen übertrifft Whey und andere Proteinpräparate bei Kraftzuwachs
Kollagen übertrifft Whey bei Kraftzuwachs in Studienanalyse

Kollagen zeigt stärkere Effekte als andere Proteinpräparate in umfassender Analyse

Fitnessbegeisterte greifen im Studio häufig zu Whey-Protein – doch eine aktuelle wissenschaftliche Auswertung kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Kollagen schneidet beim Kraftzuwachs am besten ab. Diese Erkenntnis stammt aus einer brasilianischen Übersichtsarbeit der Universität Minas Gerais, die im Fachjournal Translational Sports Medicine veröffentlicht wurde.

Umfangreiche Studienauswertung mit klaren Ergebnissen

Die Forscher untersuchten 78 wissenschaftliche Studien mit insgesamt 4755 gesunden Erwachsenen, die alle ein strukturiertes Krafttraining absolviert hatten. Im Fokus standen 13 verschiedene Proteinpräparate, darunter Kollagen, Whey, Casein sowie pflanzliche Varianten wie Soja- und Reisprotein. Als Vergleich dienten Placebo-Gruppen – teilweise auf Kohlenhydratbasis – oder Kontrollgruppen ohne zusätzliche Proteinzufuhr.

Gemessen wurden insbesondere die Muskelkraft sowie die fettfreie Körpermasse, die hauptsächlich aus Muskeln, Knochen und Organen besteht. Bei regelmäßigem Krafttraining deutet ein Anstieg dieses Werts in der Regel auf einen Zuwachs an Muskelmasse hin.

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Kollagen liegt in der Gesamtbewertung vorn

Die Analyse ergab ein klares Bild: Nur Kollagen und Whey zeigten statistisch signifikante Vorteile gegenüber Placebo-Präparaten. Bei verschiedenen standardisierten Krafttests legten Teilnehmer mit Kollagen-Supplementierung messbar stärker zu als ohne zusätzliches Protein.

Zwar führte auch Whey zu einem signifikanten Kraftzuwachs, doch dieser fiel in der Gesamtauswertung deutlich geringer aus als bei Kollagen. Ein ähnliches Muster zeigte sich bei der Entwicklung der fettfreien Körpermasse: Unter Kollagen-Einnahme nahm sie stärker zu als ohne Supplement, während Whey ebenfalls einen signifikanten Anstieg bewirkte, aber wiederum hinter Kollagen zurückblieb.

Andere Proteinquellen wie Soja-, Casein- oder Reisprotein erreichten in dieser Metaanalyse keinen statistisch signifikanten Zusatznutzen im Vergleich zu Placebo-Gruppen.

Methodische Einschränkungen und Interpretation

Die Rangfolge der Proteinpräparate basiert überwiegend auf einer sogenannten Netzwerk-Metaanalyse – einem statistischen Verfahren, bei dem Ergebnisse verschiedener Einzelstudien miteinander verrechnet werden. Das bedeutet: Nicht alle Proteinarten wurden direkt in einzelnen Untersuchungen miteinander verglichen. Viele Aussagen ergeben sich aus indirekten statistischen Vergleichen zwischen verschiedenen Forschungsarbeiten.

Direkte Vergleichsstudien zwischen Kollagen und Whey sind nach wie vor selten. Die Autoren der brasilianischen Studie betonen deshalb, dass die scheinbare Überlegenheit von Kollagen mit Vorsicht interpretiert werden sollte. Die Analyse legt zwar nahe, dass Kollagen wirksam ist – ob es Whey-Protein tatsächlich überlegen ist, müssen weitere gezielte Studien zeigen.

Die Ergebnisse bieten jedoch wichtige Hinweise für Freizeitsportler und Fitnessbegeisterte, die ihre Protein-Supplementierung optimieren möchten. Kollagen, das traditionell eher mit Haut- und Gelenkgesundheit in Verbindung gebracht wird, könnte somit eine interessante Alternative zu klassischen Proteinpulvern darstellen.

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