Döner-Boom trotz Preisexplosion: Deutsche bestellen 15 Prozent mehr
Der Döner erlebt in Deutschland einen unerwarteten Aufschwung, obwohl die Preise für das beliebte Fladenbrot in den letzten Jahren dramatisch gestiegen sind. Während viele Verbraucher bei anderen Lebensmitteln sparen, greifen sie beim Döner sogar häufiger zu.
Preisanstieg von 47 Prozent schreckt nicht ab
Nach aktuellen Daten des Marktforschungsinstituts YouGov mussten Kunden im Jahr 2025 durchschnittlich 7,11 Euro für einen Döner bezahlen. Das bedeutet einen gewaltigen Preissprung von 47 Prozent gegenüber dem Jahr 2021, als der Durchschnittspreis noch bei 4,85 Euro lag. Trotz dieser erheblichen Verteuerung hat die Zahl der Döner-Bestellungen im selben Zeitraum um bemerkenswerte 15 Prozent zugenommen.
Damit übertrifft der Döner deutlich den allgemeinen Trend im Außer-Haus-Markt, der zwischen 2021 und 2025 lediglich um acht Prozent gewachsen ist. Dieser Markt umfasst alle Bestellungen von Mahlzeiten für den sofortigen Verzehr, sowohl in Restaurants und Imbissbuden als auch über digitale Liefer-Apps.
Krisenresistenter Klassiker mit treuer Kundschaft
„Der Döner festigt seine Position als krisenresistenter Klassiker“, erklärt YouGov-Marktforscher Sebastian Walter. „Als preislich attraktive Option passt das Gericht besonders gut zum Trend flexibler Snack-Anlässe.“ Interessanterweise ist zwar die absolute Zahl der Döner-Käufer zwischen 2021 und 2025 leicht zurückgegangen, doch die verbleibenden Kunden bestellten deutlich häufiger.
Die Daten basieren auf dem Shopper Panel von YouGov, das die Einkäufe von mehr als 7.000 Personen im Alter von 16 bis 69 Jahren erfasst. Bemerkenswert ist, dass der Döner-Boom trotz der pandemiebedingten Einschränkungen in der Gastronomie stattfand, die auch Imbissbetriebe zeitweise trafen.
Beliebtes Schnellgericht mit großer Fangemeinde
Der Döner zählt neben der Currywurst zu den beliebtesten Schnellgerichten in Deutschland. Laut einer im Mai 2025 durchgeführten YouGov-Umfrage isst gut jeder Dritte in Deutschland mindestens einmal im Monat Döner (35 Prozent). Dabei wurden sowohl fleischhaltige als auch fleischlose Varianten berücksichtigt.
Die Branche selbst hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt:
- Ketten wie Haus des Döners und Mangal Döner haben ihre Filialnetze stark ausgebaut
- Die meisten Döner-Läden bleiben jedoch unabhängige Betriebe
- Steigende Kosten für Lebensmittel und Energie haben die gesamte Branche getroffen
Die Preisexplosion betrifft nicht nur den Döner, sondern viele Produkte in der Gastronomie. Dennoch beweist der Döner mit seiner ungebrochenen Beliebtheit, dass er mehr ist als nur ein schneller Imbiss – er hat sich als fester Bestandteil der deutschen Esskultur etabliert, der selbst wirtschaftliche Herausforderungen übersteht.



