Braune Ostereier färben: Eine unterschätzte Alternative mit satteren Farben
In der Woche vor Ostern wird es in Supermärkten oft schwierig, weiße Eier zu finden. Viele Menschen greifen beim Einkauf automatisch zu weißen Eiern, da sie glauben, dass sich nur diese zum Färben eignen. Doch dieser weit verbreitete Irrtum führt zu Engpässen und lässt eine wunderbare Alternative ungenutzt: braune Eier lassen sich ausgezeichnet färben und bieten sogar besondere Vorteile.
Warum braune Eier beim Färben überzeugen
Im Gegensatz zu weißen Eiern, die nach dem Färben oft pastellfarbene und verwaschene Ergebnisse liefern, bieten braune Eier eine dunklere Basis. Diese natürliche Grundfarbe vertieft die aufgetragene Farbe und verleiht den Ostereiern einen erdigeren, gesättigteren Farbton. Die Techniken zum Färben sind dabei identisch: Künstliche Eierfarben, Wachsmalstifte, Filzmaler oder Wassermalfarben funktionieren auf beiden Eierarten gleichermaßen gut.
Der Trend zu natürlichen Farben
In den letzten Jahren gewinnt das Färben von Ostereiern mit natürlichen Farben immer mehr an Beliebtheit. Diese nachhaltige Methode ermöglicht es, mit einfachen Zutaten aus der Küche oder dem Garten wunderschöne Ergebnisse zu erzielen. Die Palette der möglichen Farben ist überraschend vielfältig:
- Rot: Rote Bete, Rotkohlblätter, Traubensaft oder rote Zwiebelschalen
- Blau: Rotkohl, Heidelbeeren oder Holundersaft
- Gelb: Kurkuma, Kamillenblüten oder Safran
- Grün: Spinat, Petersilie oder Matetee
- Orange: Karotten oder Zwiebelschalen
- Braun: Kaffee, Schwarztee oder Haselnussblätter
So bereiten Sie natürliche Farbsude zu
Die Herstellung natürlicher Farbsude ist einfach und erfordert nur wenige Schritte. Grundsätzlich gilt: Je weniger Wasser im Verhältnis zur jeweiligen Zutat verwendet wird, desto intensiver werden die Farben. Hier einige bewährte Methoden:
- Zwiebelschalen: Drei bis vier Becher rote oder braune Zwiebelschalen mit einem halben Liter Wasser mindestens 20 Minuten köcheln lassen, dann die Schalen aussieben.
- Gemüse: Zwei bis drei Becher kleingeschnittenes Gemüse (z.B. Rotkraut oder Rote Bete) mit einem halben Liter Wasser 20 Minuten köcheln lassen.
- Beeren: Zwei bis drei Becher Beeren mit einem halben Liter Wasser 30 Minuten aufkochen, pürieren und bei Bedarf durchsieben.
- Gewürze: Auf einen halben Liter Wasser etwa 10 Gramm des jeweiligen Gewürzes geben und mindestens 20 Minuten köcheln lassen.
Die Rolle von Essig beim Färben
Essig spielt beim natürlichen Eierfärben eine entscheidende Rolle. Da die Eierschale zum größten Teil aus Kalk besteht, löst der Essig diesen teilweise auf. Dieser Prozess ermöglicht es, dass natürliche Farben besser halten und intensiver strahlen. Entweder wäscht man die Eier vor dem Färben kurz mit Essigwasser ab oder gibt etwas Essig direkt in den Farbsud.
Zwei Methoden zum Färben
Für das Färben von Ostereiern – egal ob braun oder weiß – haben sich zwei Methoden bewährt:
Methode 1: Eier im Sud kochen
Rohe Eier werden etwa 15 Minuten im Farbsud gekocht. Nach dem Kochen sollten die Ostereier nur vorsichtig abgetupft oder leicht abgetrocknet werden. Auf gar keinen Fall abwaschen, sonst löst sich die Farbe wieder. Diese Methode ergibt helle, pastellige Farbtöne.
Methode 2: Eier im Sud einziehen lassen
Diese Methode funktioniert am besten mit hartgekochten, noch warmen Eiern, da diese den Farbsud besser annehmen. Die Eier werden für mehrere Stunden, idealerweise über Nacht, in den Sud gelegt, damit die Farbe gut in die Schale einziehen kann. Das Ergebnis sind strahlende, kräftig gefärbte Ostereier.
Tipp: Um den Ostereiern nach dem Färben einen schönen Glanz zu verleihen, kann man sie vorsichtig mit etwas Butter oder Speiseöl einreiben – am besten mit einem Küchentuch.
Die Wahrheit über Hühner und Eierfarben
Ein weit verbreiteter Irrtum besagt, dass die Farbe der Eier von der Gefiederfarbe der Hühner abhängt. Tatsächlich ist die Eierfarbe genetisch bedingt. Verantwortlich ist die sogenannte Schalendrüse im Legedarm des Huhns. Bei Hühnern, die braune Eier legen, werden in dieser Drüse aus dem Blut rote und aus der Galle gelbe Farbpigmente gebildet, die zusammengemischt die braune Farbe ergeben. Legt ein Huhn weiße Eier, produziert seine Schalendrüse keine Farbpigmente.
Um zu erkennen, welche Eierfarbe ein Huhn legt, schaut man am besten auf die „Ohrscheiben“ – die Hautlappen unter den Ohren. Hühner mit weißen Ohrscheiben legen in der Regel weiße Eier, während Hühner mit roten oder rosafarbenen Ohrscheiben meist braune Eier produzieren.
Bunte Eier sind ein fester Bestandteil unserer Osterbräuche. Mit braunen Eiern und natürlichen Farben lässt sich dieses traditionelle Vergnügen nachhaltig und mit besonders schönen Ergebnissen gestalten – eine Win-Win-Situation für alle, die in der Osterzeit kreativ werden wollen.



