Geisterjäger aus Torgelow bietet paranormale Dienste mit spezieller Bedingung an
Torgelow • Wenn Thomas Lingner von seiner Tätigkeit erzählt, erntet er oft ungläubiges Staunen, Skepsis oder sogar Ablehnung. Doch der 57-jährige Torgelower lässt sich nicht beirren und bezeichnet sich selbst mit Überzeugung als Geisterjäger. Seine Dienste bietet er gegen eine Aufwandsentschädigung an – mit einer ungewöhnlichen Voraussetzung für Hausbesuche.
Übersinnliche Wahrnehmung seit der Kindheit
Lingner berichtet, dass er bereits seit seinem siebten Lebensjahr empfänglich für übersinnliche Phänomene sei. „Als Kind haben sie nachts immer an meinen Beinen gezogen. Ich konnte nie schlafen“, erinnert er sich. Der pensionierte Steinmetz ist überzeugt, dass nahezu jedem Menschen schon einmal Unerklärliches widerfahren sei, etwa wenn plötzlich eine Schranktür aufspringe. Seine Arbeit habe jedoch nichts mit Hollywood-Filmen zu tun, sondern basiere auf technischer Ausrüstung und persönlicher Sensibilität.
Technische Ausstattung und ungewöhnliche Regel
Für seine Geistersuche hat Lingner knapp 2000 Euro in Equipment investiert. Zu seiner Grundausstattung gehören:
- Ein sogenannter Rem-Pod
- Eine Taschenlampe und ein Rauchmelder
- Ein Diktiergerät und zwei Wünschelruten
- Einen Strahlendetektor namens Ghostbox
- Eine Sofortbildkamera und weitere Geräte
Systematische Verfolgung der Leidenschaft
Vor etwa einem Jahr begann Lingner, seine Leidenschaft systematisch zu verfolgen. In seinem Eigenheim in Torgelow, einem rund 40 Jahre alten Gebäude aus NVA-Zeiten, installierte er fünf Kameras im Wohnbereich und Hof. „Hier ist wohl auch schon eine Menge passiert“, vermutet er. Zudem richtete er einen speziellen Raum im Keller ein. Seine Aufzeichnungsgeräte laufen rund um die Uhr. Gefilmt habe er seither Lichtpunkte, die sich durch Räume bewegen – „elektromagnetische Felder“. Auch Geräusche, die durch verlangsamte Abspielung Wortgruppen ergeben würden, habe er dokumentiert.
Einsamkeit in der Geisterszene und geplante Untersuchungen
Die Gemeinschaft Gleichgesinnter sei in Deutschland überschaubar, bedauert Lingner. In Vorpommern sei ihm noch kein Mitglied der Geisterszene begegnet; die nächsten aktiven Geisterjäger gebe es in Berlin. Seine Ehefrau akzeptiere seine Leidenschaft jedoch, zeigt er sich glücklich. Als Nächstes plant der Torgelower, sich einem Unfallort bei Ueckermünde zu widmen, an dem im Jahr 2024 zwei Teenager bei einem Frontalzusammenstoß tödlich verletzt wurden. „Wer so plötzlich aus dem Leben gerissen wird, ist noch an dem Ort. Manche wissen gar nicht, dass sie tot sind“, erklärt Lingner seine Motivation. Mitten in der Nacht wolle er hinfahren und seine Technik aufbauen.
Kontroverse Symbolik und beruflicher Hintergrund
Lingner ist auch dem Okkultismus zugeneigt, was eine Tätowierung auf seinem linken Arm, die sogenannte schwarze Sonne, zeigen soll. Dieses Symbol wird der rechtsextremen Esoterik und Ideologie zugerechnet. Damit habe er jedoch nichts zu tun, versichert der 57-Jährige aus Vorpommern. Beruflich hat der frühere Steinmetz zuletzt als Sanitäter gearbeitet und führt bis heute Erste-Hilfe-Kurse durch. Seine Dienste als „technischer Dienstleister für solche Maßnahmen“ bietet er unter anderem auf der Internetplattform Facebook an, wo er unter „Rengnil Samoht“ zu finden ist.



