Fußchirurgie in Malchin: Spezialisten sichern Zukunft trotz Personalwechsel
Fußchirurgie in Malchin: Zukunft trotz Personalwechsel

Generationenwechsel in der Fußchirurgie: Malchiner Spezialisten bewahren Expertise

Mit dem bevorstehenden Ruhestand von Dr. Angela Simon, der langjährigen Chefärztin, steht das überregional geschätzte Zentrum für Fußchirurgie am Krankenhaus Malchin vor einem bedeutenden Übergang. Doch die Frage nach der Zukunft des renommierten Fachgebiets beantworten die Mediziner mit großer Zuversicht. Oberarzt Claus Meyer-Probst übernimmt die Leitung der Abteilung und betont, dass die spezialisierte Fußchirurgie durch strukturelle Veränderungen am Haus keineswegs in Frage gestellt wird.

Ein Team auf gleichem Stand

Dr. Angela Simon, deren Name die Klinik regelmäßig in überregionale Listen deutscher Top-Mediziner brachte, stellt klar: „Wir sind ein Team, auf gleichem Stand.“ Sie weiß das Fachgebiet bei ihrem Nachfolger in besten Händen. Zu Jahresbeginn wurde die bisherige Klinik für orthopädische Fuß- und Sprunggelenkchirurgie als Abteilung der Klinik für Chirurgie und Fußorthopädie zugeordnet, was die Integration stärkt.

Das Wunderwerk Fuß: Fundament des Körpers

Bereichsleiter Claus Meyer-Probst beschreibt die Biomechanik des menschlichen Fußes als „Wunderwerk“, das auf einem komplizierten Gefüge von Knochen, Sehnen und Gelenken beruht. „Der Fuß ist das Fundament“, betont auch Angela Simon. Die Vertiefung in dieses Fachgebiet sei je komplizierter, desto reizvoller, insbesondere wenn man auf dem aktuellsten Stand der Medizin bleibe.

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Von der Nische zum überregionalen Zentrum

Die spezielle Kompetenz in Malchin wurde vorangetrieben, nachdem das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg die Endoprothetik nach Altentreptow verlegt hatte. „Wir wollten ein Spezialgebiet anbieten, das andere noch nicht haben, damit unser kleines Haus Zukunft hat“, blickt die scheidende Chefärztin zurück. Dieser Weg erwies sich als äußerst erfolgreich.

Heute hat sich Malchin überregional einen Namen mit seinem interdisziplinären Zentrum für Fußchirurgie gemacht. Patienten werden aus ganz Mecklenburg-Vorpommern, sogar aus Hamburg und Berlin, hierher überwiesen. „Wir haben uns ein Netzwerk geschaffen, dessen Fäden immer fester werden“, schätzt Angela Simon ein.

Breites Behandlungsspektrum von Babys bis Senioren

Das riesige Spektrum der Malchiner Fußchirurgie umfasst:

  • Klumpfuß-Therapie bei Säuglingen und Babys
  • Behandlung des verbreiteten „Hammerzeh“
  • Erkrankungen, die sich im Laufe des Lebens entwickeln
  • Folgebehandlungen nach Unfällen und Verletzungen

Claus Meyer-Probst erklärt mögliche Spätfolgen: „Nach Unfällen zum Beispiel entstehen oft erst Jahre später schwere Arthrosen, weil die Gelenkkongruenz minimal gestört ist und asymmetrische Belastung zum vorzeitigen Verschleiß führt.“

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Rund 1000 Patienten jährlich suchen das Zentrum für Sprechstunden, Behandlungen und Operationen auf. Die Terminplanungen reichen bereits bis weit in den Herbst. Eine besondere Herausforderung stellt die dünne Personaldecke dar: Mit dem Ruhestand von Dr. Simon und dem Wechsel eines Kollegen in die Niederlassung reduziert sich die Zahl erfahrener Operateure von drei auf einen – Claus Meyer-Probst. Zwei jüngere Kollegen seien jedoch dabei, in diese Aufgabe hineinzuwachsen.

Das Fachgebiet der Fußchirurgie habe in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt, nachdem es lange ein Stiefkind der Orthopädie war. Da es „wirtschaftlich nicht so lukrativ“ sei, hätten sich allerdings einige Kliniken wieder davon abgewandt – was das Malchiner Profil umso wertvoller mache.

Investitionen und Standortvorteile

Die größte Herausforderung bleibe, ambitionierte Kollegen für den Standort mitten in Mecklenburg zu gewinnen. „Kliniken mit vergleichbarem Spektrum in Berlin oder München haben mehr Zulauf“, weiß Angela Simon. Malchin sei halt „Peripherie“, wenn Kriterien wie Job-Optionen für Lebenspartner, Kinderbetreuung oder kulturelle Angebote abgewogen werden.

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Dennoch plant die Klinik Investitionen in die Zukunft, darunter ein neues Gerät für beweglichkeitserhaltende Operationen bei schwerer Arthrose. Claus Meyer-Probst, selbst seit 20 Jahren in Malchin tätig, will mit voller Energie erhalten und fortführen, was auf der fußchirurgischen Spezialstrecke gewachsen ist.

Kontinuität durch Erfahrung und Netzwerke

Der neue Bereichsleiter kann zudem auf das Unterstützungsangebot seiner ehemaligen Chefin bei Sprechstunden, Ausbildung, Operationen und fachlichem Austausch bauen. „Das verlernt man ja nicht“, sagt Angela Simon, die auch künftig in Fachgesellschaften referieren und die Netzwerke in der „Fuß-Familie“ pflegen will. Damit bleibt die Expertise in der Region erhalten und entwickelt sich weiter.