Augenarzt-Praxis in Friedland gerettet: Klinikum übernimmt Nachfolge nach 31 Jahren
Augenarzt-Praxis in Friedland gerettet: Klinikum übernimmt

Augenärztliche Versorgung in Friedland gesichert: Klinikum übernimmt Praxis

Wenn ein Augenarzt seine Praxis aufgibt, bedeutet dies in vielen ländlichen Regionen Deutschlands einen weiteren Verlust in der medizinischen Grundversorgung. In Friedland im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte tritt jedoch der seltene und erfreuliche Fall ein, dass die augenärztliche Betreuung nahtlos weitergeführt wird. Nach 31 Jahren erfolgreicher Tätigkeit geht Augenarzt Jens Uwe Kuttler in den wohlverdienten Ruhestand, doch seine Praxis wird nicht geschlossen, sondern vom Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg übernommen.

Nachfolgelösung nach drei Jahrzehnten gefunden

Jens Uwe Kuttler hatte über drei Jahrzehnte hinweg Patienten aus Friedland und sogar aus dem nahegelegenen Neubrandenburg behandelt. Sein Berufskollege Dr. Christian Karl Brinkmann, Chefarzt der Augenklinik am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, bezeichnet ihn als „Vollblut-Ophthalmologen mit einer sehr menschlichen Ader“. Bereits frühzeitig suchte Kuttler nach einer nachhaltigen Lösung für die Zukunft seiner Praxis und fand diese in der Kooperation mit dem regionalen Klinikum.

Ab dem 1. April wird die Praxis nahe dem Friedländer Stadtzentrum in das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) des Klinikums integriert. Solche Zentren bündeln Ärzte verschiedener Fachrichtungen unter einem organisatorischen Dach und entlasten sie von administrativen Aufgaben. Zum MVZ-Netzwerk des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums gehören bereits augenärztliche Praxen in Neustrelitz und Neubrandenburg, die von Spezialisten betrieben werden, die sowohl ambulant als auch stationär tätig sind.

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Kontinuität und Fachkompetenz für die Patienten

In Friedland wird Chefarzt Dr. Christian Karl Brinkmann persönlich die Sprechstunden am Freitag übernehmen. An den Montagen sowie an Dienstag- und Donnerstagnachmittagen wird Oberarzt Ruslan Schmurin vor Ort sein. Darüber hinaus wird es auch außerhalb der regulären Sprechzeiten weiterhin Angebote wie Sehschuluntersuchungen durch geschultes Personal geben. Spezielle Untersuchungen und Behandlungen finden wie gewohnt auch weiterhin im Klinikum statt.

Besonders erfreulich ist, dass die erfahrene Orthoptistin Katharina Sauer dem Team erhalten bleibt. Auch die persönliche Note der Praxis bleibt gewahrt: Die von Jens Uwe Kuttler gemalten Bilder an den Wänden verbleiben als Dauerleihgabe vor Ort. „Wir sind froh, dass die gute Arbeit von Jens Uwe Kuttler fortgesetzt werden kann“, betont Brinkmann. Das MVZ übernehme eine „sehr gut aufgestellte Praxis“.

Herausforderungen der ländlichen Gesundheitsversorgung

Nicht überall, wo eine Augenarztpraxis schließt, kann das Klinikum in dieser Form einspringen. „Dazu haben wir nicht genug Ärzte“, stellt Brinkmann klar. Die Gewinnung von Nachwuchsmedizinern bleibt eine zentrale Herausforderung für die Region. „Wir brauchen Assistenzärzte und Weiterbildungsassistenten, die bereit sind, sich auf die Region einzulassen“, so der Chefarzt.

Diese Problematik zeigt sich auch in anderen Gemeinden der Region. In Stavenhagen steht beispielsweise die augenärztliche Versorgung nach dem Ruhestand der dortigen Fachärztin derzeit in Frage. Der in Waren praktizierende Augenarzt Marwan Al-Ithawi, der früher ebenfalls am Bonhoeffer-Klinikum tätig war, hat Interesse an einer Niederlassung in Stavenhagen signalisiert – vorausgesetzt, es finden sich geeignete Praxisräume.

Die Übernahme der Friedländer Praxis durch das Klinikum stellt somit ein positives Beispiel für die Sicherung der medizinischen Grundversorgung in ländlichen Räumen dar, auch wenn nicht alle Versorgungslücken auf diese Weise geschlossen werden können.

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