MVG-Streik: Sonderbetrieb für FC-Bayern-Spiel trotz Verkehrschaos in München
MVG-Streik: Sonderbetrieb für FC-Bayern-Spiel

Erneuter Warnstreik legt Münchner Nahverkehr lahm – Sonderbetrieb für Pokalspiel

Die Gewerkschaft Verdi hat für den kommenden Mittwoch erneut einen ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angekündigt. In München und Nürnberg werden U-Bahnen, Trambahnen und Teile des Busverkehrs ausfallen, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen für Pendler und Fußballfans führen wird. Dies ist bereits der zweite Warnstreik in Bayern während der laufenden Tarifrunde.

Chaos erwartet: Ähnliche Situation wie am 2. Februar

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) rechnet mit einem ähnlichen Bild wie beim letzten Streik am 2. Februar. Damals kam der U-Bahn-Verkehr fast vollständig zum Erliegen, und Zugänge zu Stationen waren teilweise gesperrt. Auch die Trambahnen fuhren – mit Ausnahme der Linie 20 – nicht. Immerhin gelang es der MVG, sämtliche Buslinien zumindest in stark reduziertem Umfang aufrechtzuerhalten.

Haris Softic von Verdi München bestätigt im Gespräch, dass der Ablauf im Großen und Ganzen so sein wird wie vergangenen Montag. Mit den Streiks wolle man Bewegung in die Tarifverhandlungen bringen, da dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) die notwendige Kompromissbereitschaft fehle. „Ein positives Signal seitens der Arbeitgeber hätte den zweiten Streiktag verhindert“, sagte der stellvertretende Landesbezirksleiter für Bayern, Sinan Öztürk.

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FC Bayern reagiert: Sonderbetrieb für Pokalspiel eingerichtet

Für das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig am Mittwochabend hat die MVG nun einen Sonderbetrieb eingerichtet. Ausschließlich zwischen Marienplatz und Fröttmaning werden von 17:30 Uhr bis Betriebsschluss U-Bahnen in enger Taktung fahren – die dazwischen liegenden Bahnhöfe sind für einen Zustieg geöffnet.

Zudem wird der übliche Bus-Transfer ab der S-Bahn-Station Donnersberger Brücke aufgestockt, steuert diesmal die U-Bahn-Station Kieferngarten an und fährt bei Bedarf nach der Partie direkt zum Karlsplatz (Stachus). Vom Parkplatz des FC Bayern Campus, nur zwei Kilometer von der Allianz Arena entfernt, werden zusätzliche Bus-Shuttles eingesetzt.

Trotz dieser Maßnahmen sollten Fans mehr Zeit für die An- und Abreise einplanen und nach Möglichkeit Fahrgemeinschaften bilden. Die Arena öffnet am Mittwoch ab 18.30 Uhr und bleibt länger als üblich geöffnet.

Verkehrsexperten warnen vor Staus und Verzögerungen

Der ADAC Südbayern rechnet mit einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen sowie mit spürbaren Verzögerungen, insbesondere im Berufsverkehr. Eine Untersuchung am Streiktag am 2. Februar zeigte, dass es im Vergleich zu sonstigen Montagen zu deutlich mehr Staus kam. Besonders betroffen waren laut ADAC die Autobahnen A99, A8 und A9 sowie der Mittlere Ring.

Für Fußballfans verschärft sich die Situation zusätzlich. Die Anreise mit Bus und U-Bahn entfällt weitgehend, sodass der ADAC sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt zur Allianz Arena mit erheblichen Verkehrsbehinderungen rechnet.

MVG: Betriebsaufnahme von Personal abhängig

„Wie der Betrieb am Streiktag gestaltet werden kann, entscheidet sich erst kurzfristig. Maßgeblich ist, ob und wie viel Personal zur Verfügung steht“, teilt die MVG mit. Die Erfahrung am ersten Streiktag habe gezeigt, dass bei der U-Bahn nicht genug Personal vorhanden ist, um den Betrieb aufnehmen zu können.

Bei der Straßenbahn konnte am 2. Februar lediglich eine Linie bedient werden. Anders stellt sich die Situation bei den Bussen dar: „Hier ist etwa die Hälfte der Busflotte einsatzbereit, weil die privaten Busunternehmen, die für die MVG fahren, nicht bestreikt werden“, erklärt MVG-Sprecher Maximilian Kaltner.

Tarifverhandlungen und weitere Streiks

Die Tarifverhandlungen mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden werden am 13. Februar fortgesetzt. Verdi kritisiert die „hohen Forderungen“ des Arbeitgeberverbands, während dieser die Streiks als unnötig empfindet. Auch die Verkehrsbetriebe in Nürnberg sollen am Mittwoch bestreikt werden.

Der FC Bayern hatte zunächst eine Verschiebung des Spiels nicht ausgeschlossen, entschied sich jedoch für die Durchführung. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen betonte, dass die Ersatzmöglichkeiten sehr überschaubar seien.

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