Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz: Kostenexplosion bedroht Ausbaupläne
Leipzig-Chemnitz: Bahnausbau droht zu scheitern

Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz: Kostenexplosion bedroht Ausbaupläne

Die Bahninitiative Chemnitz hat eindringlich vor einer weiteren Kostenexplosion und massiven Einschränkungen beim Ausbau der wichtigen Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz gewarnt. Nach aktuellen Informationen droht das milliardenschwere Infrastrukturprojekt an finanziellen Hürden zu scheitern.

Kosten steigen von 750 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro

Ursprünglich waren für den 44 Kilometer langen Nordabschnitt zwischen Geithain und Leipzig etwa 750 Millionen Euro veranschlagt worden. Nach neuesten Schätzungen der DB InfraGO belaufen sich die Kosten nun auf rund 1,3 Milliarden Euro – eine Steigerung von über 70 Prozent. Diese massive Kostenüberschreitung gefährdet laut der Initiative die gesamte Planung.

„Für den Nordabschnitt war von Anfang an eine durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Strecke geplant und zugesagt – dies wird unseren Informationen nach nun in Frage gestellt“, erklärte Sebastian Drechsler, Sprecher der Bahninitiative Chemnitz. Die Befürchtung: Die Planungen könnten auf eine deutlich abgespeckte Variante hinauslaufen, möglicherweise mit nur wenigen Ausweichstellen oder sogar ganz ohne Elektrifizierung.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Machbarkeitsstudie soll Auswege aufzeigen

Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie zum Nordabschnitt, die klären soll, welche Ausbaumaßnahmen mit dem verfügbaren Budget realisierbar sind. Ein externes Büro wurde mit dieser Untersuchung beauftragt. Die Ergebnisse sollen laut Infrastrukturministerium im Mai vorliegen und anschließend intern ausgewertet werden.

Öffentlich präsentiert werden die Erkenntnisse voraussichtlich bei einem Bahngipfel im Juni in Chemnitz. Dieser Termin wird mit Spannung erwartet, da er über die Zukunft der gesamten Strecke entscheiden könnte.

Wichtige Verkehrsader für Südwestsachsen

Die Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz ist nicht nur für zahlreiche Pendler von großer Bedeutung, sondern stellt für die Industrieregion Südwestsachsen auch das Tor zum Bahnknoten Leipzig und dem bundesweiten Fernverkehrsnetz dar. Zudem wird die Strecke intensiv für den Güterverkehr genutzt.

Die derzeitige Kapazität ist jedoch stark begrenzt, da die Strecke nur eingleisig befahrbar ist und eine Oberleitung fehlt. Seit Jahren wird daher um einen zweigleisigen Ausbau samt Elektrifizierung gerungen. Dieses Vorhaben soll einen 30-Minuten-Takt im Zugverkehr zwischen beiden Großstädten ermöglichen und sogar Fernzüge bis nach Chemnitz führen.

Die Bahninitiative Chemnitz betont, dass beide diskutierten Sparszenarien – reduzierte Ausweichstellen oder der Verzicht auf Elektrifizierung – das Aus für eine leistungsfähige und resiliente Fernbahnverbindung zwischen Chemnitz und Leipzig bedeuten würden. Nach langem Einsatz konnte im Südabschnitt bereits ein nahezu zweigleisiger Ausbau mit vollständiger Elektrifizierung erreicht werden. Nun steht der Nordabschnitt auf dem Spiel.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration