Italienische Schnellzüge rollen bald nach Deutschland
Die italienischen Staatsbahnen haben große Pläne für den deutschen Markt. Der berühmte Frecciarossa 1000, der sogenannte Rote Pfeil, soll künftig nicht nur in Italien, sondern auch auf deutschen Schienen unterwegs sein. Damit könnte sich für Bahnreisende eine attraktive und kostengünstige Alternative zu den deutschen ICE-Zügen eröffnen.
Technische Tests laufen bereits
Aktuell finden entlang des Brennerpasses umfangreiche Testfahrten statt. Diese dienen dazu, die Kompatibilität der italienischen Hochgeschwindigkeitszüge mit den unterschiedlichen Infrastruktursystemen in Österreich und Deutschland zu überprüfen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf:
- Den verschiedenen Stromversorgungssystemen
- Den unterschiedlichen Signalsystemen
- Der Integration in bestehende Bahnnetze
Die technischen Prüfungen sind notwendig, um die erforderlichen Genehmigungen für den regulären Betrieb zu erhalten. Nach aktuellen Planungen sollen die ersten Verbindungen bereits im Jahr 2027 aufgenommen werden.
Vier tägliche Verbindungen zum Start
Zum Beginn des Regelbetriebs sind vier tägliche Verbindungen zwischen Italien und Deutschland vorgesehen:
- Eine Sechseinhalb-Stunden-Verbindung zwischen Mailand und München mit Zwischenstopps in Brescia, Verona, Rovereto, Trient, Bozen und Innsbruck
- Eine achteinhalb Stunden dauernde Strecke von Rom nach München mit zusätzlichen Haltestellen in Florenz und Bologna
Mittelfristig planen die italienischen Staatsbahnen eine Ausweitung des Netzes. Der Frecciarossa 1000, der im Normalbetrieb Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h erreicht, soll sowohl bis nach Berlin als auch bis nach Neapel verlängert werden.
Günstigere Tickets als beim ICE
Für deutsche Bahnreisende könnte der italienische Schnellzug besonders aus finanzieller Sicht interessant werden. Vergleiche zeigen, dass Tickets für den Frecciarossa häufig deutlich günstiger sind als vergleichbare ICE-Tickets. Während ICE-Fahrkarten meist zwischen 40 und 100 Euro kosten, beginnen die Preise für den italienischen Hochgeschwindigkeitszug häufig bereits bei 30 bis 60 Euro.
Die Eröffnung des Brenner-Basistunnels, der die Reisezeit um etwa eine Stunde verkürzen wird, macht diese Verbindungen zusätzlich attraktiver. Damit entsteht nicht nur eine neue, schnelle Verbindung in den Mittelmeerraum, sondern potenziell auch eine kostengünstige Alternative für innerdeutsche Fahrten.
Die italienischen Staatsbahnen setzen damit ein deutliches Zeichen für die Internationalisierung ihres Hochgeschwindigkeitsnetzes und schaffen gleichzeitig neue Konkurrenz für die Deutsche Bahn auf dem deutschen Markt.



