Gefahrgutzug-Ost übt Chemieunfall-Einsatz an Lübzer Regionalschule
Chemieunfall-Übung: Gefahrgutzug trainiert in Lübzer Schule

Großübung des Gefahrgutzug-Ost an Lübzer Regionalschule

Am Sonnabend verwandelte sich die Regionalschule in Lübz in einen Schauplatz für eine umfangreiche Einsatzübung. Der Gefahrgutzug des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Bereich Ost, probte dort den Ernstfall eines Chemieunfalls. Für viele Lübzer Bürger mag der Anblick von Feuerwehrfahrzeugen, DRK-Einheiten und einem Großaufgebot an Einsatzkräften zunächst beunruhigend gewirkt haben – doch es handelte sich glücklicherweise nur um eine geplante Ausbildungseinheit.

Realistisches Szenario mit verletzten Schülern

Das Übungsszenario sah vor, dass es im Chemieunterricht zu einem schwerwiegenden Unfall gekommen war. Unbekannte chemische Substanzen waren ausgelaufen und hatten fünf Schüler verletzt. „Wir haben heute unseren Ausbildungstag des Gefahrgutzuges des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Bereich Ost, und nutzen dies für eine Einsatzübung“, erklärte Zugführer Martin Kremp. Die verletzten Schüler wurden von Mitgliedern der Parchimer Jugendfeuerwehr realistisch dargestellt – einer hatte sich angeblich bei der Flucht verletzt, ein anderer lag im Atrium, bei einem weiteren „brannten die Augen“.

80 Kameraden aus zehn Feuerwehren im Einsatz

Insgesamt 80 Feuerwehrkameraden aus zehn verschiedenen Wehren, die zum Gefahrgutzug-Ost gehören, nutzten den Sonnabend intensiv für die Ausbildung. Als Beobachter waren zudem Marko Knezevic und Tobias Meßmann vom Gefahrgutzug des Landkreises, Bereich West, sowie Kameraden vom Technischen Hilfswerk (THW) vor Ort. Stets involviert an solchen Ausbildungstagen ist auch der DRK Sanitäts- und Betreuungszug, der sowohl die medizinische Versorgung als auch die Verpflegung der Einsatzkräfte übernahm.

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Realistische Bedingungen mit ungefährlichen Stoffen

Die Übung wurde mit großer Sorgfalt vorbereitet, um möglichst realistische Bedingungen zu schaffen. Als chemische Substanzen kamen dabei natürlich vollkommen ungefährliche Materialien wie Mehl, Gries, Zitronensaft und Waschmittel zum Einsatz. Ein erster Erkundungstrupp ging unter Atemschutz in das Schulgebäude, um nach den vermissten Personen zu suchen und eine erste Lageeinschätzung an die Einsatzleitung zu geben.

Koordinierte Abläufe auf dem Schulgelände

Auf dem Schulhof herrschte währenddessen reges Treiben, doch alle Abläufe folgten einem genau koordinierten Plan. Die Sanitäter des DRK bauten ihr Behandlungszelt auf, die Lübzer Feuerwehr richtete einen Dekontaminationsbereich ein, und andere Kameraden sorgten für die Löschbereitschaft. Während die „verletzten“ Schüler medizinisch erstversorgt wurden, untersuchten speziell ausgerüstete Kameraden in Chemieschutzanzügen die ausgelaufenen Substanzen und nahmen Proben.

Nachbereitung und kritische Auswertung

Nach einem solchen Gefahrguteinsatz ist die sorgfältige Nachbereitung von entscheidender Bedeutung. Die Kameraden der Lübzer Feuerwehr waren für die Reinigung der Einsatzkräfte und die fachgerechte Lagerung der Schutzanzüge verantwortlich. Maik Kostecki von der Parchimer Feuerwehr und Martin Kremp aus Plau beobachteten das Geschehen mit Argusaugen. „Solche Übungen sind für uns alle wichtig, um im Ernstfall gut, schnell und sicher helfen zu können“, betonte Lübzs Bürgermeisterin Astrid Becker, die die Schule für die Übung zur Verfügung gestellt hatte.

Bürgerforum zur Katastrophenvorsorge am Vortag

Das Thema Katastrophenschutz war in Lübz ohnehin aktuell: Erst am Vortag hatte ein Bürgerforum mit etwa 50 Einwohnern stattgefunden, bei dem es um die Vorbereitung auf mögliche Notfälle ging. Die Übung des Gefahrgutzuges zeigte eindrucksvoll, wie wichtig regelmäßiges Training und realistische Szenarien für die Einsatzkräfte sind. Die kritische Auswertung der Übung soll dazu beitragen, Schwachstellen zu identifizieren und Abläufe weiter zu optimieren – denn im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen.

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