Kulturelles Kleinod am Dorfteich: Verein belebt Ateliercafé in Alt Rehse
Versteckt zwischen Blumen, Sträuchern und filigranen Keramikfiguren offenbart sich im Garten des Ateliercafés in Alt Rehse immer wieder Kunst. Mal gut sichtbar, mal erst auf den zweiten Blick entdeckt – genau dieser besondere Reiz macht das Kleinod am Dorfteich zu einem einzigartigen Ort. Dass dieser kulturelle Treffpunkt erhalten bleibt, ist vor allem dem Verein Ateliercafé Alt Rehse zu verdanken, der seit Januar 2025 mit ehrenamtlichem Engagement den Fortbestand sichert.
Gemeinschaftsprojekt gegen das Aus
Die Zukunft des Cafés stand zeitweise auf der Kippe, nachdem die ursprüngliche Betreiberin Eva-Maria Kersten aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten musste. Zunächst sprangen zwei Ehepaare ein und hielten den Betrieb über zwei Jahre hinweg am Laufen, doch auf Dauer erwies sich diese Lösung als nicht tragbar. Die Rettung brachte schließlich die Gründung eines Vereins, der die Last auf viele Schultern verteilt. „Wir Mitglieder teilen uns die Arbeit“, erklären die Engagierten, die das Projekt neben Beruf, Familie und begrenzter Zeit stemmen.
Lebendiger Treffpunkt mit vielfältigem Programm
Heute erstrahlt das Ateliercafé wieder als lebendiger Mittelpunkt des Dorflebens. Von April bis September öffnet es an den Wochenenden zwischen 14 und 17 Uhr seine Türen und serviert frisch gebackenen Kuchen. Das Angebot wird durch regelmäßige Veranstaltungen, kreative Bastelaktionen und spontane Ideen bereichert. „Als im Januar der Teich zugefroren war, haben wir kurzerhand ein Schlittschuhlaufen mit Glühwein, Tee und Waffeln organisiert“, berichtet Vereinsmitglied Peter Dahms. Auch traditionelles Adventssingen oder saisonale Bastelangebote gehören inzwischen zum festen Programm. „Wir versuchen, immer mehr zu etablieren – aber in dem Rahmen, der für uns machbar ist“, betont Dahms.
Geschichtsträchtiges Haus mit kultureller Mission
Das Gebäude, ein Flachbau aus den 1970er-Jahren, blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Einst diente es als Kindergarten und zuvor sogar als Dorfschule, bevor es sich – maßgeblich durch die Arbeit von Eva-Maria Kersten – zu einem kulturellen Treffpunkt entwickelte. Viele Bewohner der Region kennen Kersten noch aus ihrer Zeit in der Arbeitsgemeinschaft an der Grundschule Penzlin oder aus der Keramikwerkstatt im ehemaligen „Haus Acht“ des Warener Kultur- und Kunstvereins.
Ihr Anliegen war es stets, Kunst zugänglich zu machen – auch im Freien, zwischen Pflanzen und Blüten, wo kleine Werke fast beiläufig entdeckt werden können. „Ein wenig habe ich das mit dem Café gemacht, um meine Bilder unterzubringen“, gesteht Eva-Maria Kersten. Diese Möglichkeit erhalten nun auch andere Kunstschaffende, wie die aktuelle Fotoausstellung „Hausmannskost“ von Ingmar Nehls beweist, die zwischen Melancholie und Augenzwinkern oszilliert.
Perspektiven für die Zukunft
Der Verein plant, weiteren Kunstschaffenden Raum für ihre Arbeit zu geben, damit Gäste neben Kaffee und Kuchen immer wieder neue Entdeckungen machen können. Bereits am Freitag, dem 10. April, lädt der Verein ab 19 Uhr zum offenen Spiele- und Begegnungsabend in den „Alten Kindergarten“ ein. Damit setzt das Ateliercafé Alt Rehse ein beeindruckendes Zeichen dafür, wie ehrenamtliches Engagement und gemeinschaftlicher Einsatz kulturelle Orte auf dem Land beleben und nachhaltig sichern können.



