Engelshelfer-Verein startet Rollstuhl-Transporter: Mehr Mobilität im ländlichen Raum Nordwestmecklenburgs
Neuer Rollstuhl-Transporter bringt Mobilität für Nordwestmecklenburg

Engelshelfer-Verein startet Rollstuhl-Transporter: Mehr Mobilität im ländlichen Raum Nordwestmecklenburgs

Gadebusch/Rehna • Ein neues Kapitel für die Inklusion im ländlichen Raum hat begonnen: Der Gadebuscher Verein Engelshelfer setzt seit Ende des vergangenen Jahres einen speziellen Rollstuhl-Transporter ein, um Menschen mit Mobilitätseinschränkungen mehr Teilhabe zu ermöglichen. Das rund sieben Meter lange und 2,8 Tonnen schwere Fahrzeug wurde durch eine großzügige Schenkung der Thomas Agerholm Stiftung möglich und ist mit zahlreichen Komfortfunktionen ausgestattet.

Ein Fahrzeug mit vielen Extras für angenehme Fahrten

Bald steht die erste offizielle Fahrt mit dem neuen Transporter an. „Eine Dame muss zum Kardiologen“, erklärt Dennis Clasen, der Vorsitzende des Vereins Engelshelfer. Über eine elektrische Rampe können Rollstuhlfahrer mühelos in das Fahrzeug gelangen. Ein modernes Liftsystem hebt sie dann auf spezielle Sitze, die individuell an die Haltungswünsche angepasst werden können. Doch das ist längst nicht alles: Der Transporter verfügt über ein Soundsystem, einen Fernseher und eine integrierte Kühlbox, sodass kaum ein Komfortwunsch offenbleibt.

Mobilität als Schlüssel zur Teilhabe im ländlichen Raum

Mit diesem Angebot möchte der Verein gezielt die Mobilitätssituation in strukturschwachen Gebieten verbessern. „Ich weiß aus meiner Pflegearbeit und privaten Kontakten, dass solche Transporte dringend gesucht werden und oft schwer zu realisieren sind“, betont Clasen. „Entweder fehlt es an Zeit oder an finanziellen Mitteln. Gerade im ländlichen Raum haben etwa 70 Prozent der Rollstuhlfahrer nicht die Möglichkeit, sich ein umgebautes Auto zu leisten oder täglich Taxis zu nutzen. Hier wollen wir ansetzen.“

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Hintergrund: Wie der Transporter genutzt werden kann

Interessierte können sich direkt beim Verein Engelshelfer melden, um Fahrten zu vereinbaren. „Am besten ist eine E-Mail an [email protected] mit Angabe von Zeit und Bedarf“, so Clasen. Da die Fahrer ehrenamtlich tätig sind, finden Transporte derzeit vorwiegend nachmittags oder am Wochenende statt. Für Vormittagsfahrten sucht der Verein dringend weitere freiwillige Fahrer. Wer den Transporter selbst steuern möchte, benötigt einen Führerschein der Klasse B und erhält vorab eine Einweisung in die speziellen Funktionen.

Die Geschichte des Fahrzeugs und zukünftige Pläne

Der Transporter stammt aus dem Nachlass des Wismarer Unternehmers und Stifters Thomas Agerholm, der 2024 verstarb. Im August letzten Jahres rief seine Stiftung gemeinnützige Vereine zur Interessensbekundung auf – unter zwölf Bewerbern wurde der Verein Engelshelfer ausgewählt. Um die Kosten niedrig zu halten, bietet der Verein die ersten zehn Fahrten kostenlos an, anschließend werden moderate Gebühren erhoben.

Zukünftig plant der Verein, das Fahrzeuginnere so umzubauen, dass Rollstuhlfahrer in ihrem eigenen Rollstuhl sitzen bleiben können, der dann im Transporter fixiert wird. Für diesen Umbau fallen jedoch Kosten von 2.500 bis 3.000 Euro an, weshalb der Verein aktuell nach Sponsoren sucht. Seit 2024 verfügt der Engelshelfer-Verein bereits über ein Rollstuhltransportrad für Fahrradtouren, das mit zwei Akkus bis zu 100 Kilometer Reichweite bietet. Der 2019 gegründete Verein zählt heute 15 Mitglieder und setzt sich kontinuierlich für mehr Inklusion in der Region ein.

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