Ein farbenfrohes Refugium in der Uckermark
Während die Gärten der Region noch in winterlicher Grautönung verharren, erstrahlt ein Kleingarten am Stadtrand von Brüssow bereits in frühlingshafter Farbenpracht. Die Parzelle von Hausmeister Dirk Laschetzki, die sich direkt am Weg in Richtung Grimme befindet, verwandelt sich Jahr für Jahr in ein lebendiges Kunstwerk mit einer stetig wachsenden Sammlung von Gartenfiguren.
Eine bunte Schar erwacht aus dem Winterschlaf
Erst kürzlich haben Dirk Laschetzki und sein Sohn Thomas die vielfältige Figurenschar aus ihrem Winterschlaf in der nahe gelegenen Laube befreit. Aus Frostschutzgründen überwintern dort Gartenzwerge, possierliche Erdmännchen, filigrane Engel und allerlei Miniaturtiere. Seit einigen Tagen tummeln sie sich wieder zwischen den ersten grünen Trieben und sorgen für die sehnlich erwarteten Farbtupfer des Frühjahrs.
Thomas Laschetzki, der als Garten- und Landschaftsbauer tätig ist, erklärt mit strahlenden Augen: „Wir sind inzwischen ein richtiger Foto-Hotspot geworden. Wer höflich nachfragt, darf gerne hereinkommen und sich neben seiner Lieblingsfigur fotografieren lassen.“ Dem Vater und ihm bereite es immense Freude, zu sehen, wie sehr andere Menschen von ihrem einzigartigen Refugium angetan sind.
Ein neues Zuhause für ausrangierte Gartenfiguren
Die stetig wachsende Sammlung der Laschetzkis speist sich nicht nur aus eigenen Erwerbungen. Immer wieder bringen fremde Menschen ihre ausrangierten Gartenfiguren vorbei – insbesondere Senioren, die ihre Parzellen aufgeben müssen und ihren geliebten Maskottchen ein würdiges neues Zuhause wünschen. Egal wie alt oder verwittert diese Gaben auch sein mögen: Die Familie zeigt großes Herz und nimmt sie bereitwillig auf.
Zu den besonderen Lieblingsstücken zählt unter anderem ein kunstvoll gestalteter Froschkönig, der einen prominenten Platz im Garten einnimmt. Auch eine etwas gewagte barbusige Lady gehört zur Sammlung – vielleicht nicht ganz jugendfrei, aber zweifellos ein Eyecatcher. Thomas Laschetzki weiß, dass das bunt gemischte Areal nicht jedermanns Geschmack entspricht: „Aber man kann ja wegschauen, wenn es einem nicht gefällt. Der Rest der Fläche wird schließlich ganz klassisch als Schrebergarten genutzt.“
Traditioneller Gemüseanbau und hausgemachte Köstlichkeiten
Neben der fantasievollen Figurensammlung widmet sich die Familie mit Hingabe dem traditionellen Gemüseanbau. Das Sortiment ist breit gefächert und reicht von Kartoffeln und Tomaten über Rosenkohl, Petersilie und Bohnen bis hin zu Gurken und Brokkoli. „Wir versorgen uns selbst mit frischen Lebensmitteln“, berichtet Thomas Laschetzki stolz und deutet auf die munter gackernde Schar von Hühnern und Enten, die ebenfalls zum lebendigen Gartenbild gehört.
Am Wegesrand findet sich sogar ein traditioneller Rumtopf, der die Verbundenheit mit alten Gartentraditionen unterstreicht. Die Zubereitung der Mahlzeiten übernimmt Mutter Karola, die von ihrem Sohn als „vortreffliche Köchin“ beschrieben wird, die sich bei ihren Gerichten jedes Mal selbst zu übertreffen weiß.
Eine Einladung an alle Gartenfreunde
Die Familie Laschetzki blickt mit Vorfreude auf die kommende Gartensaison – nicht nur auf die frisch gekochten Mahlzeiten aus eigenem Anbau, sondern auch auf das weitere Anwachsen ihrer einzigartigen Figurensammlung. Thomas formuliert eine herzliche Einladung an alle Gartenfreunde der Region: „Was zum Wegschmeißen zu schade ist, darf gerne bei uns vorbeigebracht werden. Auf dass sich unsere Fläche noch weiter mit Leben und Geschichten füllt.“
So entsteht in Brüssow nicht nur ein Kleingarten, sondern ein lebendiges Museum der Gartenkultur, das Tradition, Kreativität und Gemeinschaftssinn auf einzigartige Weise verbindet.



