Handyverbot in Restaurants: Ein Kommentar zur Unsitte
Handyverbot in Restaurants: Ein Kommentar

Es ist mittlerweile an der Tagesordnung in vielen Restaurants: Teller werden fotografiert, Stories gepostet, Reels geschnitten. Handys liegen griffbereit auf dem Tisch, Nachrichten werden beantwortet. Stört das wen?

Gäste fühlen sich gestört

Billy Wagner, Chef des Berliner Sternerestaurants „Nobelhart & Schmutzig“, sagt Ja! Andere Gäste fühlen sich durch das ständige Fotografieren angeblich gestört. Nur Foodblogger dürfen in Wagners Gaststätte noch Fotos machen, andere nicht.

Das Netz reagiert zu Recht mit Empörung. Viele schreiben: Das ist ungerecht! Und egal, wo ein Koch gerade Handyverbote erteilt, ob in München, Stuttgart oder Bangkok: Das Thema Handy elektrisiert die Massen.

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25 Prozent begrüßen ein Handyverbot

Tatsächlich zeigt eine ältere Bookabtable-Umfrage unter 1700 Befragten: 46 Prozent der Restaurantgäste sind vom permanenten Handygebrauch anderer genervt. 25 Prozent begrüßen ein Handyverbot. Andererseits kündigen auch 20 Prozent an, ein Restaurant mit Handyverbot zu meiden. Ja, was denn nun?

Die Lösung ist doch ganz einfach. Gastronomen, Sterneköche, Kneipenwirte und alle Restaurantbesucher sollten wissen: Die 24-stündige Erreichbarkeit ist heutzutage selbstverständlich. Natürlich kann jeder Gast sein Handy auf den Tisch legen. Es wäre fahrlässig, wenn es Eltern, Geschäftsleute oder Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr nicht tun. Eine WhatsApp, SMS, E-Mail oder ein kurzer Anruf können wichtig sein.

Einfach an Spielregeln halten

Um die leidige Diskussion abzuräumen, sollte sich jeder an Spielregeln halten. Natürlich muss die Stummschalte aktiviert sein. Lautes Telefonieren im Restaurant ist ein No-Go! Wer Spaß daran hat, sein Essen zu fotografieren, soll es machen. Bedingung: nur das Essen, keine Menschen. Bilder anderer Gäste dürfen niemals im Internet auftauchen.

Deshalb: Bevor Wirte die große Handy-Verbotskeule schwingen, sollten sie auf den gesunden Menschenverstand der Gäste setzen. Auch ein freundlicher Hinweis kann kleinere Probleme lösen.

Das gilt zwischenmenschlich genauso. Es nervt, wenn der Partner bei der Hauptspeise ständig ins Handy schaut. Oder die Kinder. Man geht ins Restaurant, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Mit Handy, aber ohne Facebook, Instagram und Co.

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