Filterkaffeemaschinen im Test: Die beste Wahl für reinen Kaffeegenuss
Filterkaffeemaschinen-Test: Die besten Geräte für perfekten Kaffee

Filterkaffeemaschinen im Test: Die beste Wahl für reinen Kaffeegenuss

Sie trinken immer noch Hafercappuccino? Dann verpassen Sie vielleicht etwas. Warum Sie sich häufiger für Filterkaffee entscheiden sollten und aus welcher Maschine er am besten schmeckt, zeigt unser umfassender Test. Wir haben eine Ikone, ein Gerät für Nerds und eine preiswerte, überraschend gute Alternative geprüft.

Die Renaissance des Filterkaffees

"In Deutschland bestellt man einen Kaffee und dann bekommt man einen Filterkaffee." Zumindest war das lange so, sagt Osama Shammo, Experte für Kaffeequalität bei InterAmerican Coffee in Hamburg. Lange bevor Millennials auf Rennrädern die Kunst des perfekten Cappuccinos aus der Siebträgermaschine groß machten, war Filterkaffee der Standard in deutschen Tassen. Frühmorgens an der Tankstelle, im Pausenraum neben der Mikrowelle oder auf Omas Spitzendeckchen.

2025 trinken immerhin noch 44 Prozent der deutschen Kaffeetrinker laut einer Umfrage von Ipsos Observer Filterkaffee. Begonnen haben soll seine Geschichte in Deutschland: Melitta Bentz, Hausfrau aus Dresden, hämmerte 1908 Löcher in eine Konservendose und legte ein Stück Löschpapier aus dem Vokabelheft ihres Sohnes hinein. Sie füllte das Kaffeepulver in das Papier, übergoss es mit heißem Wasser und servierte so den ersten satzfreien Kaffee in Deutschland.

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Anfangs war Filterkaffee noch ein Luxusprodukt. Man brühte ihn mehrmals auf. Später etablierten Firmen wie Jacobs und Melitta industriellen Filterkaffee für die breite Masse. Dessen Geschmacksprofil hat sich seitdem kaum verändert, sagt Shammo, "dunkelgeröstet, stark, keine Säure, schokoladig-nussig und sehr wahrscheinlich bitter". Dabei kann Filterkaffee so viel mehr, sagt der Experte und seufzt.

Die reinste Art, Kaffee zu trinken

"Filterkaffee ist vielleicht die reinste Art, Kaffee zu trinken", erklärt Shammo. Der Papierfilter halte Öle und Partikel zurück. Übrig bleibt ein klares, unverstelltes Aromabild. Deshalb greifen erfahrene Fachkolleginnen und Fachkollegen aus der Kaffeebranche gern zum Filterkaffee. Um den Kaffee richtig erleben zu können, lohnt es sich, bei Maschine und Sorte wählerisch zu sein und verschiedene Geschmacksprofile auszuprobieren.

Am meisten Spielraum hat man natürlich, wenn man den Filterkaffee von Hand aufgießt. Eine Maschine ist dagegen von Vorteil, wenn man größere Mengen aufbrühen möchte und ohne viel Aufwand immer das gleiche Ergebnis anstrebt. Mithilfe von Osama Shammo haben wir getestet, mit welcher Filterkaffeemaschine das am besten gelingt.

Testfazit: Von Designikonen bis zu preiswerten Überraschungen

Der Hype um den Designklassiker von KGB Select ist riesig. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an die ikonische Moccamaster. Nicht ganz zu Unrecht, denn im Ergebnis liegt das Designmodell, zusammen mit dem Hightech-Modell von Fellow Aiden, vorn. Unterschiedlicher könnten die beiden jedoch nicht sein: Die Moccamaster ist minimalistisch, schlank und retro. Die Fellow Aiden ist ein futuristischer Würfel mit zahlreichen Funktionen und eignet sich damit eher für Profis und Nerds, die viel experimentieren möchten.

Die größte Überraschung floss aus dem günstigsten Modell, der PurShine von Braun. Sie hat zwar kein schickes Retro-Design, aber wer für schlappe 50 Euro guten Filterkaffee trinken möchte, liegt mit ihr richtig. Das Modell von Vestel ist im Stil der Mokkamaster gestaltet, kostet aber nur die Hälfte, leider fällt das Ergebnis im Geschmack jedoch etwas ab.

Auch die Melitta Aroma Fresh konnte nicht überzeugen. Zwar sind die Modelle der Marke eigentlich eine sichere Nummer. Doch die angebaute Mühle und die digitale Steuerung machen den Kaffee eher schlechter als besser und das Ergebnis konnte einfach nicht mit der Konkurrenz mithalten.

Die getesteten Modelle im Detail

Melitta Aroma Fresh (Herstellerangebot: 219,95 Euro)

Wie ein kleiner Turm ragt die Melitta über die anderen Maschinen heraus. Leider ist das keine Metapher. Das ambitionierte Multitalent bleibt im Ergebnis abgeschlagen. Das Problem: Dafür, dass eine komplette Kaffeemühle verbaut ist, mag der Preis günstig sein. Er schlägt sich allerdings in der Verarbeitung und Ausführung der einzelnen Funktionen nieder.

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So ist das Design optisch überladen, der Behälter aus einfachem Kunststoff und die Mahlscheiben der Mühle aus Keramik, was sie weniger langlebig macht. Das Justierrad ruckelt und hakt beim Einstellen, und das Mahlergebnis ist grob und unregelmäßig. Auch der Kaffee selbst ist unbalanciert und leicht unterextrahiert. Er schmeckt wässriger und etwas nach Pappe.

Moccamaster KBG Select (Herstellerangebot: 264,00 Euro)

Die Moccamaster ist mit ihrem Retro-Design eine Ikone unter den Filterkaffeemaschinen. Sie ist mittlerweile so populär, dass es Menschen gibt, die sich ihre Silhouette als Tattoo stechen lassen. Filterpapier, Wasser und Kaffee rein und eine der beiden Tasten drücken: Simpler könnte es nicht sein.

Dafür, dass sie recht wenig Ausrüstung hat, ist die Moccamaster teuer. Man zahlt hier definitiv auch für Marke und Design. Beworben wird die Maschine zudem mit seiner speziellen Brühmethode: Sie gießt den Kaffee durch neun Ventile mit rund 96 °C heißem Wasser gleichmäßig auf. Mit Erfolg: Die Extraktion ist mustergültig, der Kaffee ist klar und der Geschmack schön ausbalanciert.

Vestel FCM9065 (Herstellerangebot: 124,95 Euro)

Die Vestel sieht der klassischen Moccamaster verdächtig ähnlich. Schaut man etwas genauer hin, wirkt das Design weniger hochwertig. Der Körper ist aus Kunststoff, und die Aufsätze lassen sich zur Reinigung nur stockend auseinandernehmen. Allerdings kostet dieses Modell auch nur die Hälfte.

Pluspunkte gibt es zudem für den hübschen Farbton und für die schön geformte Kanne, die gut in der Hand liegt. Im Gegensatz zur Moccamaster hat die Vestel ein kleines Display, das allerdings sehr einfach gehalten ist und etwas Einarbeitung erfordert. Startet man den Brühprozess, geht es auffällig schnell.

Braun KF1500 (Herstellerangebot: 52,90 Euro)

An der Maschine von Braun fällt auf, dass nichts auffällt. Das Gerät ist maximal unaufgeregt, pragmatisch und kompakt. Ganz ohne Designschnickschnack und auch noch günstig. Eine ehrliche Maschine für Filterkaffeepragmatiker. Zum Brühen benötigt sie länger als ihre Kolleginnen.

Doch der Kaffee, der nach sieben bis acht Minuten heraustropft, überrascht: "Für so eine preisgünstige Maschine ist die Extraktion sehr gut!", sagt Shammo. Auch der Geschmack überzeugt ihn: "Der Kaffee ist ausbalanciert, hat einen schönen Körper, und man schmeckt die Steinobstnote heraus." Selbst der Nachgeschmack sei überzeugend.

Fellow Aiden Precision Filterkaffeemaschine (Herstellerangebot: 342,24 Euro)

Das Modell von Fellow Aiden ist der Nerd unter den Filterkaffeemaschinen. Hier wird der gesamte Prozess professionalisiert. Das fängt mit dem futuristischen Design an: Das Gerät ist ein cleaner, mattschwarzer Würfel. Keine Rillen, keine Löcher. Alle Klappen und Öffnungen schließen nahtlos, und alle Gelenke sind gefedert.

Mithilfe eines minimalistischen Rads lässt sich der kleine LCD-Bildschirm bedienen. Der wiederum gibt genaue Anweisungen, wann und wie viel Gramm oder wie viele Löffel Kaffee eingefüllt werden sollten. Auch eine Steuerung per App ist möglich. Zudem lassen sich unterschiedliche Programme auswählen, um verschiedene Ergebnisse zu erzielen.

So haben wir getestet

Neben dem Geschmack haben wir Handhabung, Brühtemperatur und Extraktion getestet. Teure Hightech-Geräte bieten sich mit vielen Zusatzfunktionen für Enthusiasten an. Aber auch einfache und günstige Maschinen können gute Brühergebnisse liefern.

Der Mahlgrad: Für unseren Test haben wir einen gewaschenen Kaffee aus Honduras verwendet. Ein klassischer Frühstückskaffee, schokoladig und süß, mit einer feinen Note von Nektarinen. Für Filterkaffee eignen sich mittelgrob gemahlene Bohnen am besten.

Die Dosierung: Im Test haben wir 55 Gramm Kaffee auf einen Liter Wasser. Wer einen stärkeren Geschmack bevorzugt, kann auf 60 Gramm gehen. Zudem kann die Dosierung je nach Maschine und persönlichem Geschmack noch leicht angepasst werden.

Die Brühzeit: Manche der günstigen Geräte brauchen länger, um den Kaffee aufzubrühen. Schneller ist aber nicht unbedingt besser. Läuft das Wasser zu schnell durch den Kaffee, kann dieser unterextrahiert und damit weniger geschmacksintensiv sein. Für eine Standard-Portion Filterkaffee von etwa einem Liter sollte das Wasser rund 4 bis 6 Minuten brauchen.

Die Temperatur: Die optimale Brühtemperatur für Filterkaffee liegt zwischen 88 und 96 °C. Bei zu niedriger Temperatur wird der Kaffee unterextrahiert und schmeckt sauer oder schwach, bei zu hoher Temperatur überextrahiert und bitter.

Die Extraktion: Um die Extraktion, also wie sich der Kaffee im Wasser gelöst hat, beurteilen zu können, haben wir mit einem Refraktometer den sogenannte TDS-Wert (Total Dissolved Solids; gelöste Feststoffe) gemessen. Optimal ausbalanciert ist ein Wert zwischen 1,2 und 1,3 Prozent.

Das Kaffeebett: Wie gut sich der Kaffee gelöst hat, lässt sich auch am Kaffeebett ablesen. Für eine gute Extraktion muss sich das Wasser gleichmäßig über dem Kaffee verteilen. Es sollte nicht zum sogenannten "Channeling" kommen, bei dem das Wasser vorwiegend an einer Stelle durch den Kaffee fließt und damit wenig Geschmack mitnimmt.

Die Technik und das Material: Alle getesteten Geräte haben das Siegel des European Coffee Brewing Centre (ECBC), entsprechen also einem gewissen Standard. Im Test haben wir alle vorhandenen Funktionen getestet. Zudem spielte es eine Rolle, wie gut sich die verschiedenen Modelle auseinandernehmen und reinigen ließen.