Thüringen setzt auf Holz: Neues Kompetenzzentrum in Suhl geplant
Die Thüringer Landesregierung unter Bauminister Steffen Schütz (BSW) verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Bauen mit Holz soll im Freistaat zum neuen Standard werden. Dafür plant die Regierung in Suhl Nord die Errichtung eines Kompetenzzentrums für Holzbau und nachwachsende Rohstoffe. Bis Ende 2027 soll zunächst eine neue Halle in Holzbauweise entstehen, für die in den nächsten zwei Jahren rund zehn Millionen Euro bereitstehen.
Forschungsanlage für gesamte Wertschöpfungskette
Erik Findeisen von der Fachhochschule Erfurt betonte, dass in der geplanten Halle eine umfassende Forschungsanlage aufgebaut werden soll. Von der Säge bis zur fertigen Wand wird die gesamte Wertschöpfungskette abgebildet. Zu Findeisens Lehrgebiet gehören Forstnutzung und Holzmarktlehre, was die Expertise für dieses Vorhaben unterstreicht.
In der Forschungsanlage sollen innovative Methoden entwickelt werden, wie beispielsweise:
- Der Aufbau von Holzwänden ohne Klebstoffe
- Die Nutzung von schwachem Holz und Laubholz
- Energiearme Bauweisen mit hoher Qualität und gesundheitlichen Vorteilen
Günstiger, schneller und nachhaltiger Bauen
Minister Schütz erklärte, dass es bei dem Projekt darum gehe, Bauprozesse einfacher, schneller, kostengünstiger und umweltfreundlicher zu gestalten. Es sollten nicht nur andere mit den Thüringer Rohstoffen bauen und davon profitieren, betonte er und verwies darauf, dass Thüringer Holz teilweise nach Österreich zur Weiterverarbeitung transportiert werde.
Die Vorteile von Holz als Baustoff liegen laut Schütz auf der Hand:
- Positive CO2-Bilanz durch Kohlenstoffspeicherung
- Hohe Nachhaltigkeit durch nachwachsende Rohstoffe
- Gute Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit
Der Minister hob hervor, dass bereits 70 Prozent des in Thüringen eingeschlagenen Holzes auch im Land verarbeitet werden, was lange Transportwege vermeidet und die regionale Wertschöpfung stärkt.
Thüringen als führendes Holzbauland
Das langfristige Ziel der Landesregierung ist ambitioniert: Thüringen soll zu den führenden Holzbauländern in Deutschland zählen. Dafür will die Regierung nicht nur serielles und modulares Bauen im Freistaat verankern, sondern auch die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich vorantreiben.
Das Kompetenzzentrum in Suhl soll dabei eine Schlüsselrolle einnehmen, indem es Wissenschaft, Wirtschaft und Handwerk zusammenbringt. Durch die ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette – von der Forstwirtschaft über die Holzverarbeitung bis hin zum fertigen Gebäude – will Thüringen innovative Lösungen für die Bauwirtschaft der Zukunft entwickeln.



