Jatznick startet ambitionierten Gemeindecampus-Bau
Die Gemeinde Jatznick hat ein gewaltiges Vorhaben in Angriff genommen: Der ehemalige Realschul-Komplex aus DDR-Zeiten soll in einen modernen Gemeindecampus verwandelt werden. Mit Gesamtkosten von beinahe zehn Millionen Euro handelt es sich um eines der größten Bauprojekte der jüngeren Gemeindegeschichte.
Erste Bauphase mit Schulneubau und Gemeinschaftsbereich
Bereits im Januar begannen die Abrissarbeiten am südlichen Teil des Schulgebäudes, dessen Fundament nicht mehr tragfähig ist. An dieser Stelle entsteht ein neuer Flachbau für die Kleine Grundschule auf dem Lande, die derzeit noch im nördlichen Gebäudeteil untergebracht ist. Aktuell lernen dort 76 Kinder unter Bedingungen, die teilweise noch dem DDR-Standard entsprechen.
Parallel dazu wird hinter dem Verbindungsbau ein neuer Gemeinschaftsbereich errichtet, der künftig als Mensa für die Essensversorgung, Aula und Konferenzraum dienen soll. Dieser multifunktionale Raum mit Platz für 80 bis 100 Personen soll auch bei Dorffesten und Veranstaltungen genutzt werden können – eine wichtige Ergänzung für die Gemeinde, die über keine Gaststätte und keinen größeren Veranstaltungsraum mehr verfügt.
Finanzierung durch Fördermittel und Gemeindekasse
Für die erste Bauphase sind etwa fünf Millionen Euro veranschlagt. Die Gemeinde kann dabei auf Fördermittel in Höhe von 2,9 Millionen Euro zurückgreifen, deren Bescheide bereits vorliegen. Dennoch stellt die verbleibende Summe eine erhebliche Belastung für die Gemeindekasse dar, wie Bürgermeister Frank Schulz betont.
„Wir dürfen uns aber auch nicht überschulden“, stellt Schulz klar. „Die Projekte müssen für den Haushalt überschaubar bleiben.“ Besonders vor dem Hintergrund, dass in Jatznick auch noch ein neues Feuerwehrhaus mit hohen Kosten geplant ist.
Zweite Phase mit Kita-Umbau und Sporthallen-Sanierung
In einem zweiten Bauabschnitt sollen die ehemaligen Schulräume zur Kindertagesstätte umgebaut und die marode Sporthalle saniert werden. Diese Arbeiten würden sich auf weitere 4,9 Millionen Euro summieren. Der genaue Zeitpunkt dieser zweiten Phase steht jedoch noch nicht fest und ist von der Verfügbarkeit entsprechender Förderprogramme abhängig.
Die Sporthalle aus dem Jahr 1970 weist bereits erhebliche Mängel auf: An einem Giebel sind lange Risse sichtbar, und das Parkett ist in so schlechtem Zustand, dass bei Veranstaltungen bereits Nägel eingeschlagen werden mussten. Geplant sind neben der Sanierung auch ein Anbau mit Behindertentoilette und Lagerräumen.
Zukunftsorientiertes Konzept für attraktives Dorfleben
Das Campus-Konzept wurde bereits 2020 während der Coronazeit gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Neuhaus & Partner entwickelt. Für Bürgermeister Schulz ist es ein zukunftsweisendes Projekt: „Für ein modernes Dorf, damit Jatznick für die Einheimischen und für zugezogene junge Familien attraktiv bleibt.“
Nach 55 Jahren Nutzung soll der Schulkomplex aus den Jahren 1970/1971 nun Eltern, Schülern, Kita-Kindern und allen Einwohnern moderne Räumlichkeiten bieten. Der Baubeginn für die ersten Abschnitte ist für den Herbst geplant, die Fertigstellung von Schulneubau und Gemeinschaftsbereich soll bis September 2028 erfolgen. Das gesamte Campus-Projekt könnte bis 2032 realisiert sein – vorausgesetzt, die erforderlichen Fördermittel fließen.



