Wolfen-Nord: Ehemaliger Jugendclub soll zum partizipativen Kulturzentrum werden
Ehemaliger Jugendclub wird zum Kulturzentrum in Wolfen

Wolfen-Nord: Ehemaliger Jugendclub soll zum partizipativen Kulturzentrum werden

In Wolfen-Nord soll der ehemalige Jugendtreff 84 zu einem Motor für sozialen Zusammenhalt und echte Mitbestimmung werden. Der Verein Wolfen-Nord hat gemeinsam mit der Stadt Bitterfeld-Wolfen, dem Just Transition Center der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie weiteren Partnern ein ressortübergreifendes Vorhaben gestartet, das auf Selbstermächtigung und partizipative Stadtentwicklung setzt. Im Zentrum steht ein strukturell benachteiligtes Viertel, dessen Bewohnerinnen und Bewohner nicht länger nur als Zielgruppe, sondern als aktive Gestalter begriffen werden sollen.

Herzstück des Projekts: Das Kulturzentrum 84

Herzstück des Projekts ist die Fläche rund um den ehemaligen Jugendclub 84. Wo einst Jugendliche ihre Freizeit verbrachten, soll künftig das Kulturzentrum 84 entstehen – zugleich als Zukunftsraum 84 ein experimentelles Stadtteillabor. Die Vision ist ein multifunktionaler Ort, der Kultur, Begegnung und Mitbestimmung verbindet. Niedrigschwellige, soziokulturelle Impulse und Netzwerktreffen sollen neue Formate der Teilhabe schaffen und das Viertel stärken.

Hendrik Schmeer und Beate Müller aus dem Vorstand des Vereins Wolfen-Nord teilen mit: Wir wollen Räume eröffnen, in denen Menschen auf Augenhöhe mitreden, gestalten und sichtbar werden können. Ihr Auftrag sei es, Verdrängung zu vermeiden und Chancen zu nutzen. Das Stadtteillabor verstehe sich zudem als Kooperationsplattform, die ein Gelingen von Projekten mit Akteurinnen und Akteuren aus unterschiedlichsten Bereichen ermöglicht.

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Finanzielle Unterstützung dringend benötigt

Für die Umsetzung braucht es nun finanzielle Absicherung. Damit eine stabile Planungs- und Betriebsbasis zustande kommt, wird dringend die Jahresmiete für das Kulturzentrum 84 benötigt. Insgesamt sind rund 9.000 Euro erforderlich, um die Miete für das kommende Jahr zu decken. Bislang wurden von insgesamt 15 Unterstützerinnen und Unterstützern etwa 2.300 Euro gespendet (Stand: 23. Februar, 12.30 Uhr).

Zusätzliche Spenden würden die Öffnung weiterer Räume und Angebote ermöglichen, heißt es von dem hiesigen Verein, der deshalb eine Kampagne ins Leben gerufen hat. Nachbarn, Unternehmen, Stiftungen und die Stadt, wie auch eine breite Öffentlichkeit werden nun darum gebeten, das Vorhaben mit Spenden zu unterstützen, um gemeinsam Verantwortung für das Modellvorhaben in Wolfen-Nord zu tragen.

Spezieller Hintergrund des Viertels

Wenn das Projekt an den Start geht, will der Verein dort Jung und Alt zusammenbringen, Spielenachmittage veranstalten, ein gemeinsames Essen für Menschen mit Migrationshintergrund und einiges mehr, gibt Beate Müller einen Ausblick. Das sei in einem Viertel wie Wolfen-Nord wichtig, denn ursprünglich haben dort Mitarbeitende der Chemie-Branche gelebt, was sich mit der Wende drastisch geändert habe.

Die Folgen sind ein starker Rückgang der Bevölkerung, Leerstand, abgerissene Gebäude, kein besonders guter Anschluss an das öffentliche Verkehrsnetz, sowie Spannungen und Konflikte unter den Einwohnerinnen und Einwohnern. Mit dem Vorhaben soll das Viertel wieder größere Bedeutung bekommen und als Modell für partizipative Stadtentwicklung dienen.

Über die Entwicklung im Plattenbauquartier haben die Vereinsmitglieder mit Bürgern immer wieder diskutiert, auch über einem mobilen Bauwagen. Dies zeigt das Engagement für eine inklusive und transparente Planung, die die Bedürfnisse der Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt.

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