Nur jedes zehnte Paar: Frau als Hauptverdienerin bleibt Ausnahme
Frau als Hauptverdienerin: Nur bei jedem zehnten Paar

Frauen als Hauptverdienerinnen: Eine seltene Ausnahme in deutschen Haushalten

Die traditionelle Rollenverteilung, bei der der Mann den Großteil des Familieneinkommens erwirtschaftet, bleibt in Deutschland weiterhin dominant. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes, veröffentlicht anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März, zeigen ein klares Bild: Nur in jedem zehnten Paarhaushalt (9,9 Prozent) hat die Frau ein höheres Nettoeinkommen als ihr Ehe- oder Lebenspartner.

Leichter Rückgang seit 2021

Interessant ist die Entwicklung der letzten Jahre: Der Anteil der Frauen als Hauptverdienerinnen ist seit 2021 sogar leicht gesunken. Damals lag er bei 10,5 Prozent. „Insgesamt hat sich die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern beim Blick auf die Einkommensverteilung in den letzten Jahren wenig verändert“, konstatieren die Statistiker des Bundesamtes.

Die Mehrheit der Paarhaushalte folgt weiterhin dem klassischen Muster: Bei gut der Hälfte (55,8 Prozent) ist der Mann Hauptverdiener. Allerdings ist auch hier eine leichte Veränderung zu beobachten – 2021 waren es noch knapp 59 Prozent.

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Gleichauf liegende Einkommen nehmen zu

Ein positiver Trend zeigt sich bei Paaren mit annähernd gleichen Einkommen: In gut jedem dritten Paarhaushalt (34,3 Prozent) liegen Mann und Frau beim Einkommen in etwa gleichauf. Dieser Anteil ist seit 2021 deutlich gestiegen, damals lag er bei 30,7 Prozent.

Als Haupteinkommensperson gilt dabei die Person, deren Nettoeinkommen 60 Prozent oder mehr des gemeinsamen Einkommens ausmacht. Die Zahlen basieren auf der europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC).

Kinder im Haushalt verstärken die Unterschiede

Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen Paaren mit und ohne Kinder im Haushalt:

  • Paare ohne Kinder: Hier ist das Ungleichgewicht weniger ausgeprägt. In 11,4 Prozent der Fälle hat die Frau das höhere Einkommen, in 50,1 Prozent der Mann. Bei 38,5 Prozent der Paare ohne Kinder haben beide ein etwa gleich hohes Einkommen.
  • Paare mit Kindern: Hier sind Frauen noch seltener die Hauptverdienerin. Nur in 7,7 Prozent der Fälle hat die Frau das höhere Einkommen. In knapp zwei von drei solcher Haushalte (64,6 Prozent) ist dagegen der Mann Hauptverdiener. In gut einem Viertel der Paarhaushalte mit Kindern liegen Frau und Mann etwa gleichauf.

Teilzeit als entscheidender Faktor

Ein wesentlicher Grund für die größeren Einkommensunterschiede bei Paaren mit Kindern liegt in den unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen: Mütter arbeiten laut Statistik deutlich öfter in Teilzeit als erwerbstätige Frauen insgesamt. Bei den Männern verhält es sich genau umgekehrt: Väter arbeiten seltener in Teilzeit als Männer insgesamt.

Diese unterschiedlichen Arbeitszeitmuster tragen maßgeblich dazu bei, dass die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern in Familien mit Kindern besonders weit auseinanderklafft. Die Daten zeigen, dass trotz gesellschaftlicher Debatten über Geschlechtergerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf die traditionellen Einkommensstrukturen in deutschen Paarhaushalten erstaunlich stabil bleiben.

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