Fastenzeit: Mehr als nur Verzicht auf Fleisch und Alkohol - Ein Aufruf zur inneren Einkehr
Fastenzeit: Mehr als nur Verzicht auf Fleisch und Alkohol (22.02.2026)

Fastenzeit: Mehr als nur Verzicht auf Fleisch und Alkohol - Ein Aufruf zur inneren Einkehr

Die 40-tägige Fastenzeit hat begonnen, doch der jährliche Trend zum temporären Verzicht greift oft zu kurz. Kommentator Robin Halle argumentiert, dass die bloße Einschränkung von Konsumgütern wie Fleisch oder Alkohol nicht den wahren Kern dieser spirituellen Periode trifft.

Vom närrischen Gassenhauer zur sinnstiftenden Zeit

Traditionelle Fasnetslieder wie der bekannte Refrain „Am Aschermittwoch, ist alles vorbei …“ glorifizieren oft Alkohol, Überfluss und Konsum. Der vollständige Text aus dem Jahr 1953 enthält Zeilen wie „Trink auf die Freude, denn heut‘ ist heut‘“ oder „Denn was erfreut, hat noch nie gereut“. Doch diese Perspektive übersieht völlig, dass mit dem Aschermittwoch eine neue, erfüllende und sinnstiftende Zeit beginnen kann.

Christen feiern in wenigen Wochen etwas Größeres als Fasnet und Fasching: Sie feiern Ostern und das Leben selbst. Die Fastenzeit bietet daher eine wunderbare Gelegenheit, den Kern dieses Lebens frei zu schälen und sich auf Wesentliches zu konzentrieren.

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Über den oberflächlichen Verzicht hinaus

Viele Menschen beschränken sich darauf, temporär auf Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten zu verzichten. Zwar ist es nicht verkehrt, Konsumgüter einzuschränken, doch das Ziel „schön und schlank“ zu werden, ist nicht der eigentliche Sinn des Lebens oder der Fastenzeit.

Die Kirchen gehen hier weiter und rücken die ganzheitliche Entschlackung von Körper, Geist und Seele in den Vordergrund. Sie raten dazu:

  • Altbekannte Gewohnheiten kritisch zu überprüfen
  • Den inneren Wertekompass zu schärfen
  • Sich von Zwängen und unnötigen Abhängigkeiten zu befreien
  • Überflüssiges konsequent loszulassen

Die entscheidende Frage der Buße

Der Aufruf zur Buße gleicht eher der fundamentalen Frage: Bist Du auf dem rechten Weg? Wer diese Frage bis Ostern mit einem ehrlichen „Ja“ beantworten kann, trägt nicht nur zu persönlichem Wachstum bei, sondern macht die Welt friedlicher, liebenswerter und lebensfreudiger.

Die Fastenzeit beginnt somit 40 Tage voller Hoffnung und Möglichkeiten zur Selbstreflexion. Die Suche oder Sehnsucht nach Gott sind Teil dieser Hoffnung, ebenso wie das Streben nach echter Dankbarkeit.

Die Kraft der Dankbarkeit

Im Mönchtum existiert eine weise Lehre: Wer dankbar sein kann für das, was er ist, was er kann und was er hat, der braucht nicht neidisch auf andere zu schielen. Solche Menschen sind zufrieden mit sich selbst und der Welt um sie herum.

Am Aschermittwoch ist also nicht alles vorbei. Im Gegenteil: Vieles fängt neu an – die Chance zur inneren Erneuerung, zur Klärung persönlicher Werte und zur Vertiefung spiritueller Erfahrungen. Die Fastenzeit lädt ein, über reinen Konsumverzicht hinauszugehen und sich auf das Wesentliche des menschlichen Daseins zu besinnen.

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