Fastenzeit: Der häufigste Fehler wird an Sonntagen gemacht
Seit Aschermittwoch läuft die 40-tägige christliche Fastenzeit, in der Gläubige traditionell ihre Lebensgewohnheiten überdenken. Diese Zeit dient der Vorbereitung auf Ostern durch Verzicht, Buße und spirituelle Läuterung. Viele Menschen nutzen die Fastenzeit, um von Abhängigkeiten und schlechten Routinen loszukommen.
Realistische Vorsätze für die Fastenzeit
Ähnlich wie bei Neujahrsvorsätzen sollten auch Fastenvorsätze realistisch und einhaltbar sein. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß:
- Verzicht auf unnötigen Konsum
- Besuche bei einsamen Menschen
- Weniger Klagen im Alltag
- Tägliche gute Taten
Am weitesten verbreitet ist jedoch der Verzicht auf Süßigkeiten, Fleisch und Alkohol. Dieser Brauch hat sich auch außerhalb der Fastenzeit erhalten, etwa durch den fleischlosen Freitag im christlichen Alltag.
Die Sonntags-Ausnahme in der Fastenzeit
Besonders interessant wird es an den Sonntagen: Liturgisch gehören die Sonntage zwar zur Fastenzeit, doch üblicherweise werden die Fastenvorsätze an diesen Tagen ausgesetzt. Insgesamt liegen sechs Sonntage in der österlichen Bußzeit.
Das Erzbistum Köln erklärt: „Die Sonntage sind von der Fastenzeit ausgenommen. Der Sonntag als ‚Tag des Herrn‘ erinnert wie ein kleines Osterfest im Alltag an die Auferstehung Jesu.“ Wer also auch sonntags weiter fastet, macht streng genommen einen liturgischen Fehler.
Wer fasten soll und wie
Die katholische Kirche ruft Gläubige im Alter von 14 bis 60 Jahren zum Fasten auf. Besondere Bedeutung haben dabei zwei Tage:
- Aschermittwoch
- Karfreitag
An diesen gebotenen Fastentagen nehmen Gläubige nur eine sättigende Mahlzeit zu sich. Zu den beiden anderen Tischzeiten ist lediglich eine kleine Stärkung erlaubt. Die Fast- und Abstinenztage gelten jeweils von Mitternacht zu Mitternacht.
Die Fastenzeit bietet somit eine strukturierte Möglichkeit zur spirituellen Erneuerung – mit der wichtigen Ausnahme der sonntäglichen Unterbrechung, die an die Freude der Auferstehung erinnert.



