Ricarda Lang kontert MontanaBlack: Grünen-Politikerin kritisiert Streamer nach Wahlkommentar
Ricarda Lang kritisiert MontanaBlack nach Wahlkommentar

Grünen-Politikerin reagiert auf Kritik von Deutschlands größtem Streamer

Das Ergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg vom 8. März 2026 sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit. Mit einem Stimmenanteil von 30,2 Prozent konnte Bündnis 90/Die Grünen sich als stärkste politische Kraft durchsetzen. Während dieses Resultat in vielen Kreisen auf Zustimmung stieß, löste es bei einem prominenten Internet-Star aus Norddeutschland deutliche Ablehnung aus.

MontanaBlack äußert sich abfällig über Wahlsieg

Marcel Eris, besser bekannt unter seinem Künstlernamen MontanaBlack, nutzte einen seiner Livestreams, um sich kritisch über den Erfolg der Grünen zu äußern. Der 38-jährige Streamer, der mit über 20 Millionen Followern zu den einflussreichsten Internetpersönlichkeiten Deutschlands zählt, erklärte zunächst, er sei "kein politischer Kanal". Kurz darauf folgte jedoch eine deutliche Stellungnahme: "Wenn die Grünen die Nummer 1 sind, dann weiß ich schon mal, dass ich Baden-Württemberg echt beschissen finde und definitiv da zeitnah nichts planen werde."

Diese Äußerungen stießen nicht nur in der Influencer-Szene auf Widerspruch. YouTube-Kollege Jonas Ems bezeichnete die politische Stellungnahme von MontanaBlack als exemplarisches Beispiel für "die gefährliche Kopplung von massiver Reichweite und absoluter Ahnungslosigkeit".

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Ricarda Lang appelliert an Verantwortung großer Accounts

Nun hat sich auch die Grünen-Politikerin Ricarda Lang zu den Aussagen des Streamers geäußert. Die 32-jährige ehemalige Parteivorsitzende, die von Februar 2022 bis November 2024 an der Spitze der Grünen stand und weiterhin aktiv in der Partei ist, reagierte zunächst humorvoll mit den Worten: "Ja okay, mehr Brezeln für uns".

Im weiteren Verlauf ihres Statements wurde Lang jedoch ernster. Sie betonte, ihr sei in letzter Zeit aufgefallen, dass "sehr große Accounts mal nebenbei was über Politik raushauen". Kritik an den Grünen sei dabei "komplett okay" und manchmal sogar "berechtigt", allerdings "dann halt mit Argumenten".

Langs zentrale Botschaft richtete sich an alle Influencer mit großer Reichweite: "Accounts, denen unfassbar viele junge Menschen folgen, tragen eben auch Verantwortung" – und dazu gehöre es, "sich zumindest ein bisschen mit den Dingen zu beschäftigen."

Direkte Ansprache an MontanaBlack

Die Grünen-Politikerin wandte sich in ihrem Video auch direkt an den Twitch-Star: "Lieber Monte, wenn dir noch ein inhaltliches Argument kommt, dann antworte ich auch gern darauf." Bislang hat sich MontanaBlack nicht öffentlich zu Ricarda Langs Video geäußert. Auch eine Anfrage der BILD-Zeitung ließ der Streamer unbeantwortet.

Die Diskussion zeigt, wie sich politische Debatten zunehmend in den sozialen Medien abspielen und welche Rolle Influencer mit großer Reichweite dabei spielen können. Während MontanaBlack mit 5,8 Millionen Followern auf Twitch als größter deutscher Streamer gilt, nutzt Ricarda Lang als erfahrene Politikerin die Gelegenheit, auf die Bedeutung fundierter politischer Diskussionen hinzuweisen.

Der Vorfall verdeutlicht die wachsende Schnittstelle zwischen Unterhaltungs- und Politikbereich im digitalen Zeitalter. Während Influencer traditionell für Gaming- und Lifestyle-Inhalte bekannt sind, nehmen sie zunehmend auch zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung – eine Entwicklung, die von etablierten Politikern kritisch beobachtet wird.

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