Pokémon Pokopia: Gemütlicher Weltuntergang mit Minecraft- und Animal-Crossing-Elementen
Pokémon Pokopia: Gemütlicher Weltuntergang mit Aufbau

Pokémon Pokopia: Der gemütlichste Weltuntergang aller Zeiten

Einmal in die Haut eines Dittos schlüpfen und eine postapokalyptische Welt wiederaufbauen? Mit dem neuen Spiel Pokémon Pokopia wird dieser Traum Wirklichkeit. Entwicklerstudios Game Freak und Omega Force haben einen überraschend passenden Mix aus Minecraft, Animal Crossing und dem Pokémon-Franchise geschaffen.

Gestrandet in einer trostlosen Ruinenlandschaft

In Pokémon Pokopia übernehmen Spieler die Rolle eines Dittos, eines Pokémon mit der einzigartigen Fähigkeit, sich in jede beliebige Form zu verwandeln. Zu Beginn erwacht Ditto in einer trostlosen Ruinenlandschaft, die sich als die zerstörte Fuchsania City aus der Kanto-Region entpuppt. Der eigene Trainer ist verschwunden, und Ditto streift allein durch diese verlassene Welt.

Ein freundliches Tangoloss, das sich als Pokémon-Professor verkleidet hat, nimmt die Spielenden unter seine Fittiche. Gemeinsam beginnt man, die Region wiederaufzubauen, in der Hoffnung, sowohl Pokémon als auch Menschen zurückzulocken.

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Schaffe, schaffe, Pokémon-Habitate baue

Das Herzstück von Pokémon Pokopia ist ein blockbasiertes Aufbausystem, das stark an Minecraft erinnert. Die gesamte Spielwelt besteht aus Blöcken, die man abbauen, einsammeln und neu anordnen kann. Rohstoffe werden gesammelt, zu Bauteilen verarbeitet und dann zu Strukturen zusammengesetzt – von einfachen Blumenbeeten bis hin zu ganzen Gebäuden.

Wer lieber ohne große Eigenleistung vorankommen will, kann vorgefertigte Bausätze verwenden: Man liefert die Materialien, weist Helfer-Pokémon Arbeiten zu – und kurze Zeit später steht das Häuschen. Ziel ist es, geeignete Habitate für Pokémon zu schaffen. Jedes Pokémon hat eigene Vorlieben:

  • Glumanda braucht eine warme, trockene Umgebung
  • Schiggy möchte in der Nähe von Wasser leben
  • Bisasam will mehr Licht auf seiner Wiese

Hat man die richtige Umgebung geschaffen, taucht das jeweilige Pokémon auf und zieht in das Habitat ein. Mit der Zeit entsteht so eine quirlige kleine Gemeinschaft.

Ditto als fantastischer Verwandlungskünstler

Die spielerische Besonderheit liegt in Dittos fantastischer Fähigkeit, sich in andere Pokémon zu verwandeln und dabei ihre Attacken zu erlernen. Früh im Spiel lehrt Schiggy etwa die sogenannte Aquaknarre, eine Fähigkeit, mit der man ausgetrockneten Boden bewässern und tote Bäume wieder grün werden lassen kann.

Bisasam hat das Blattwerk zu bieten, um neues Gras aus verdorrtem Boden wachsen zu lassen. Später kann man sogar als Lapras über Wasser schwimmen oder als Dragoran durch die Luft gleiten. All das wird mit großer Liebe zum Detail umgesetzt. Wenn Ditto die Aquaknarre benutzt, wächst ihm ein kleiner Schiggy-Panzer auf dem Rücken.

Charakterstarke Pokémon mit eigenen Persönlichkeiten

Ein großes Highlight sind die interessanten Persönlichkeiten der Pokémon im Spiel. Glurak ist erwartungsgemäß ein lautes, aufgedrehtes Wesen, während sich Honweisel vornehm und förmlich gibt. Tangoloss führt als freundlicher Ranken-Haufen durch die täglichen Aufgaben.

Pokémon spielen miteinander Verstecken, reagieren auf Gegenstände, die man in der Welt platziert, und schließen untereinander Freundschaften. Besonders charmant sind die Momente, in denen Pokémon menschliche Artefakte entdecken – wie zum Beispiel ein Fahrrad oder ein altes Werkzeug – und wild spekulieren, wofür diese wohl gedacht sein könnten.

Eine überraschend emotionale Geschichte

Wer durch die Trümmer der Welt streift, findet Notizen, Tagebücher und versteckte Hinweise darauf, was mit der Welt passiert ist. Die Hintergrundgeschichte entfaltet sich in einem angenehmen Tempo und berührt besonders jene, die die Kanto-Region kennen.

Der Kontrast zwischen der fröhlichen Gegenwart und der tragischen Vergangenheit verleiht dem Spiel eine unerwartete Tiefe und gleichzeitig bittersüße Melancholie. Der Soundtrack trägt wesentlich dazu bei: Bekannte Melodien aus alten Pokémon-Spielen werden aufgegriffen und ins Melancholische verkehrt.

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Fazit: Groß, komplex und langlebig

Pokémon Pokopia ist deutlich umfangreicher, als es zunächst wirkt. Die Hauptstory lässt sich in circa 35 Stunden abschließen, und wer alle 300 Pokémon im Pokédex erfassen möchte, wird deutlich länger beschäftigt sein. Es gibt vier freischaltbare Hauptregionen mit unterschiedlichen Umgebungstypen, Habitaten und Pokémon-Arten.

Kleinere Kritikpunkte gibt es trotzdem:

  1. Das Lagersystem ist dezentral aufgebaut – jede Region hat eigene Lagerkisten
  2. Die Spiel-Performance war in unserem Test stark von der Version abhängig

Pokémon Pokopia kostet rund 80 Euro und ist freigegeben ab sechs Jahren (USK). Es ist kein einfaches Kinderspiel mit Pokémon-Anstrich, sondern eine ausgereifte Liebeserklärung an ein ganzes Genre – umgesetzt mit dem Charme eines der beliebtesten und größten Franchises der Welt.