Friends-Star blickt auf belastende Zeit zurück
Die Serie Friends löst bei vielen Fans nostalgische Gefühle für die Neunzigerjahre aus. Für Schauspielerin Lisa Kudrow sind die Erinnerungen an diese Zeit jedoch von erheblichen Belastungen geprägt. In einem aktuellen Interview mit CBS Sunday Morning berichtet die Darstellerin der Kultserie über ihre Erfahrungen kurz nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 1998.
Kein Mutterschutz in Hollywood
"Ich hatte meinen Sohn zur Welt gebracht, und zehn Tage später war ich in der 'The Tonight Show'", erzählt Kudrow offen. Kurz darauf folgte bereits ein Meeting für den Mafiafilm Reine Nervensache. Ihre Agenten hätten ihr versichert, dass die Dreharbeiten erst im Juli beginnen würden – was sich jedoch als falsch herausstellte.
Billy Crystal, einer der Hauptdarsteller, fragte sie, ob sie die früheren Dreharbeiten bewältigen könne, und kündigte dann an, dass der Dreh bereits wenige Tage später starten würde. Statt sich erholen zu können, musste Kudrow direkt nach New York fliegen.
Arbeitsethos der Neunziger
"Alle um mich herum sagten: Natürlich kannst du das", erinnert sich die Schauspielerin. Sie selbst hatte jedoch erhebliche Zweifel: "Das geht doch nicht! Ich habe ein Neugeborenes!" Dennoch ordnete sie sich dem allgemeinen Arbeitsethos unter, bei dem die Arbeit absolute Priorität hatte.
Heute würde sie diese Entscheidung nicht mehr treffen: "Es ist verrückt, heute würde ich das nie tun." Groll hegt sie jedoch nicht: "Ich bin auf niemanden wütend. Es war eine Zeit, in der die Arbeit Vorrang hatte und sich alles andere danach richten musste."
Unterschiede zu Deutschland
Während in Deutschland ein absolutes Beschäftigungsverbot für acht Wochen nach der Geburt gilt, existieren in den USA keine vergleichbaren Regelungen. Schwangere dürfen zwar der Arbeit fernbleiben, erhalten dann jedoch keine Bezahlung. Die Vereinigten Staaten sind die einzige Industrienation weltweit, die keinen bezahlten Mutterschutz gesetzlich verankert hat.
Für viele Frauen in Amerika gilt das von Kudrow beschriebene Ethos somit weiterhin. Die Schauspielerin betont jedoch, wie sehr sich Hollywood seit den Neunzigerjahren verändert hat – auch wenn bei grundlegenden Arbeitsrechten noch immer erhebliche Unterschiede zu anderen Ländern bestehen.



