Gaming-Markt im Wandel: Abo-Dienste boomen, deutsche Spiele bleiben Nische
Gaming-Markt: Abo-Dienste boomen, deutsche Spiele Nische

Gaming-Markt im Umbruch: Abo-Modelle auf dem Vormarsch

Der deutsche Markt für Computer- und Videospiele befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Immer mehr Gamer greifen auf Online-Abodienste zurück, während klassische Einzelkäufe an Bedeutung verlieren. Diese Entwicklung spiegelt sich deutlich in den aktuellen Umsatzzahlen wider, die der Branchenverband Game in Berlin vorgestellt hat.

Abos legen deutlich zu, Einzelkäufe schrumpfen

Der Umsatz mit Online-Gaming-Diensten stieg im vergangenen Jahr um beachtliche sieben Prozent auf über eine Milliarde Euro. Zu diesen Diensten gehören insbesondere gebührenpflichtige Abonnements, die Zugang zu umfangreichen Spiele-Bibliotheken bieten. Im Kontrast dazu verzeichnete der Markt für den Kauf einzelner Spiele sowie für In-Game- und In-App-Käufe einen Rückgang um ein Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

„Die Spielgewohnheiten ändern sich fundamental“, betont Game-Geschäftsführer Felix Falk. „Der klassische Verkauf einzelner Spiele ist rückläufig, während Gaming-Online-Services kontinuierlich wachsen und derzeit ein Allzeithoch erreichen.“ Dieser Trend setzt sich bereits seit mehreren Jahren fort und zeigt keine Anzeichen einer Umkehr.

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Hardware-Markt profitiert von neuen Konsolen

Die dritte wichtige Säule des Gaming-Marktes bildet der Hardware-Verkauf. Hier konnte der Umsatz im Jahr 2025 um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 3,4 Milliarden Euro gesteigert werden. Dieser Anstieg ist maßgeblich auf die Einführung neuer Geräte wie der Nintendo Switch 2 zurückzuführen, die sich zu wahren Kassenschlagern entwickelten. Zudem trugen allgemein höhere Preise für Gaming-Hardware zum Umsatzwachstum bei.

Gesamtmarkt wächst auf 9,4 Milliarden Euro

Insgesamt legte der deutsche Games-Markt im vergangenen Jahr um vier Prozent auf rund 9,4 Milliarden Euro zu. Allerdings ist diese Zahl aufgrund einer geänderten Methodik bei der Datenerhebung nicht vollständig mit den Vorjahreswerten vergleichbar. Die vom Verband nun publizierten Daten weichen daher von früheren Veröffentlichungen ab.

Game-Geschäftsführer Falk zeigte sich dennoch zufrieden mit der Entwicklung. „Wir konnten die Menschen, die während der Corona-Pandemie zu Gamern wurden und der Branche deutliches Wachstum beschert haben, erfolgreich halten“, so der Verbandsvertreter. Zu den erfolgreichsten Neuerscheinungen des vergangenen Jahres zählen das Fußballspiel „FC 26“, das Actionspiel „Battlefield 6“ und Nintendos Rennspiel „Mario Kart World“.

Deutsche Spiele bleiben Randerscheinung

Auffällig ist die geringe Präsenz deutscher Spiele unter den größten Kassenschlagern. Laut einer Studie des Marktforschers Goldmedia entfallen von 100 Euro, die in Deutschland für Computer- oder Videospiele ausgegeben werden, lediglich 5,5 Prozent auf Spiele aus deutscher Produktion. Eines der bekanntesten deutschen Spiele ist die Strategiespiel-Reihe „Anno“ von Ubisoft, deren Römer-Variante „Anno 117: Pax Romana“ im vergangenen Jahr zum Verkaufserfolg wurde.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass deutsche Entwickler im internationalen Wettbewerb weiterhin nur eine Nebenrolle spielen, während der Markt insgesamt von ausländischen Produkten dominiert wird. Die strukturellen Veränderungen hin zu Abo-Modellen und die anhaltende Bedeutung von Hardware-Neuheiten prägen somit das Bild einer dynamischen, aber für deutsche Anbieter herausfordernden Branche.

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