Zeugin belastet Kronprinzen-Sohn schwer: Schilderung von Vergewaltigung im Schlaf
Zeugin belastet Kronprinzen-Sohn: Vergewaltigung im Schlaf

Zeugin belastet Marius Borg Hoiby schwer: Vergewaltigung im Schlaf geschildert

Im Vergewaltigungsprozess gegen Marius Borg Hoiby, den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, hat eine weitere mutmaßliche Geschädigte am Dienstag vor dem Bezirksgericht Oslo ausgesagt. Die Frau beschrieb einen sexuellen Übergriff im Oktober 2023, während sie schlief, und äußerte tiefe Verunsicherung über ein heimlich aufgenommenes Video.

Detailreiche Schilderung des Vorfalls auf den Lofoten

Die Zeugin schilderte dem Gericht, dass sie im Oktober 2023 auf den Lofoten von Hoiby sexuell missbraucht worden sei, als sie nicht einwilligungsfähig war. „Ich erinnere mich, dass ich davon aufwachte, dass er dabei war. Das war sehr unangenehm“, zitierte der norwegische Rundfunk NRK die Frau. Sie habe gedacht: „Ich verstehe nicht, wie jemand Sex mit jemandem haben kann, der schläft.“ Der Vorfall ereignete sich laut ihrer Aussage nach einer Party, bei der Hoiby die Frau über die Dating-App Tinder kennengelernt hatte.

Die Staatsanwaltschaft wirft Hoiby vor, insgesamt vier Frauen vergewaltigt und mehrere Ex-Freundinnen körperlich sowie psychisch misshandelt zu haben. Die Anklage umfasst 38 Punkte, wobei Hoiby bis zu 16 Jahre Haft drohen. Alle mutmaßlichen Vergewaltigungen sollen nach zunächst einvernehmlichem Geschlechtsverkehr stattgefunden haben, oft in Situationen mit starkem Alkoholkonsum, in denen die Frauen sich nicht verteidigen konnten.

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Psychische Belastung und Verdrängung des Geschehens

Die Zeugin beschrieb ihre traumatischen Erfahrungen detailliert. „Das war immer der schlimmste Alptraum meines Lebens“, sagte sie vor Gericht. Sie habe einen Schock erlitten und sich während des Übergriffs „nicht ganz bei sich“ gefühlt. „Es war ein bisschen so, als wäre ich aus mir selbst herausgetreten“, fügte sie hinzu. Später habe sie das Geschehen verdrängt: „Ich musste nicht darüber nachdenken oder mich damit befassen. Ich habe es komplett beiseitegeschoben“, berichtete die norwegische Zeitung „Verdens Gang“.

Erst im Nachhinein habe sie verstanden, dass es sich um einen Übergriff handelte. „Jetzt muss ich mich damit auseinandersetzen. Früher habe ich es weggeschoben, aber jetzt verstehe ich, was passiert ist“, erklärte die Frau. Die körperlichen Erinnerungen seien jedoch präsent: „Ich kann die unangenehmen Gefühle immer noch spüren. Die Geräusche. Die Bewegung. Das sitzt im Körper“, sagte sie dem NRK.

Heimliche Videoaufnahme löst Angst aus

Im Zuge der Ermittlungen fand die Polizei auf Hoibys Mobiltelefon ein 4,9 Sekunden langes Video, das den Unterleib der Frau zeigt. Die Zeugin erkannte sich darauf wieder und äußerte große Besorgnis. „Es ist beängstigend, dass er so ein Video von mir hat“, sagte sie laut der norwegischen Zeitung „Nettavisen“ und fürchtete, Hoiby könnte das Video weitergegeben haben. Hoiby ist deshalb zusätzlich angeklagt, die Aufnahme ohne Wissen und Einwilligung der Frau gemacht zu haben.

Weitere Beweise umfassen eine Smartwatch-Aufzeichnung, die die Herzfrequenz der Frau in der Nacht dokumentierte. Nach dem Vorfall schrieb die Frau einen Abschiedsbrief an Hoiby, ohne den Übergriff zu erwähnen. Sie hatte den Vorfall nicht selbst angezeigt, sondern wurde von der Polizei im Rahmen der Ermittlungen kontaktiert.

Hintergrund und aktuelle Entwicklungen im Prozess

Marius Borg Hoiby, 29 Jahre alt, bestreitet die strafrechtliche Schuld und soll sich gegen Ende der Verhandlung zu den Vorwürfen äußern. Kurz vor Prozessbeginn Anfang Februar wurde er erneut festgenommen und sitzt nun für vier Wochen in Untersuchungshaft, da er mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben soll.

Der Kronprinz, Hoibys Stiefvater, wird in diesem Verfahren nicht aussagen, obwohl norwegische Medien ein Foto veröffentlichten, das beide während einer privaten Reise auf den Lofoten zeigt. Der Prozess wirft ein Schlaglicht auf schwere Vorwürfe innerhalb der norwegischen Königsfamilie und unterstreicht die komplexen Ermittlungen in Fällen sexueller Gewalt.

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