Die vergessenen Opfer: Tote Babys von Zwangsarbeiterinnen im NS-Landkreis Sangerhausen
Tote Babys von Zwangsarbeiterinnen im NS-Landkreis Sangerhausen

Die toten Babys von Heringen und Hackpfüffel: Ein dunkles Kapitel der NS-Zwangsarbeit

Im südlichen Harz, genauer im früheren Landkreis Sangerhausen, offenbart die historische Forschung ein erschütterndes Bild. Mit dem zunehmenden Einsatz von Zwangsarbeiterinnen während der NS-Zeit stieg auch die Zahl der Schwangerschaften. Für die nationalsozialistische Verwaltung stellten diese Schwangerschaften jedoch vor allem ein lästiges Problem dar, auf das sie mit brutaler und unmenschlicher Haltung reagierte.

Keine Spuren der Kindheit: Eine Recherche voller Leerstellen

Wer heute zur Geschichte der Zwangsarbeit in dieser Region recherchiert, findet keine fröhlichen Babyfotos, keine liebevoll aufbewahrten Kuscheltiere und keine Aufnahmen stolzer Mütter mit ihren Kindern. Stattdessen stößt man auf eine bedrückende Leere und auf dokumentierte Schicksale, die von frühem Tod geprägt sind. Viele der hier unter Zwang arbeitenden Frauen brachten Kinder zur Welt, und ein erheblicher Teil dieser Neugeborenen überlebte die ersten Lebensmonate nicht.

Die Orte Heringen und Hackpfüffel stehen exemplarisch für diese Tragödie. Die genauen Umstände, unter denen die Babys starben, sind oft nur lückenhaft überliefert, doch die strukturelle Gleichgültigkeit und Feindseligkeit des NS-Systems gegenüber diesen Kindern und ihren Müttern ist offensichtlich. Die Zwangsarbeiterinnen, meist aus Osteuropa verschleppt, lebten unter katastrophalen Bedingungen: mangelhafte Ernährung, unzureichende medizinische Versorgung und ständige Demütigungen prägten ihren Alltag.

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Die unmenschliche Logik des NS-Regimes

Schwangerschaften wurden von den Verantwortlichen primär als Arbeitsausfall und ökonomischer Verlust betrachtet. Anstatt für eine angemessene Betreuung zu sorgen, herrschte eine Politik der Vernachlässigung. Es fehlte an allem: an warmer Kleidung für die Neugeborenen, an sauberer Unterkunft, an medizinischer Grundversorgung. Diese systematische Unterversorgung führte direkt zur hohen Sterblichkeitsrate unter den Säuglingen.

Dieser dritte Teil der Serie zur Zwangsarbeit in Mansfeld-Südharz legt den Fokus auf diese besonders verletzlichen Opfer – die Kinder, die nie eine Chance hatten. Ihre Geschichte ist ein Mahnmal für die Grausamkeit des NS-Unrechtssystems und erinnert daran, dass Zwangsarbeit nicht nur Erwachsene, sondern ganze Familien traf. Die Aufarbeitung dieser Ereignisse bleibt eine dauerhafte Verpflichtung, um die Erinnerung an die individuellen Schicksale wachzuhalten.

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