Undercover-Reportage: RTL enthüllt rassistische Ideologie hinter Dating-App WhiteDate
RTL enthüllt rassistische Ideologie hinter Dating-App WhiteDate

Undercover-Reportage enthüllt rassistische Dating-Plattform

Eine investigative Undercover-Recherche des Fernsehsenders RTL hat die extrem rechte und völkische Ausrichtung der Dating-App "WhiteDate" aufgedeckt. Die Plattform, die sich ausdrücklich an Personen mit nationalsozialistischem und rassistischem Weltbild richtet, wird vom Verfassungsschutz beobachtet und bietet Raum für radikale Ideologien.

Undercover als "Tradwife" in der Neonazi-Dating-Szene

Unter dem erfundenen Profilnamen "Tradwife" meldete sich RTL-Reporterin Angelique Geray bei WhiteDate an. Bereits nach wenigen Tagen erhielt sie die erste Kontaktanfrage. Bei einem Treffen mit einem 42-jährigen Nutzer aus Jena, der in der Reportage als "Julian" bezeichnet wird, kam es zu erschreckenden Aussagen.

"Als er dann angefangen hat, den Holocaust zu leugnen, war ich fassungslos", berichtet die Reporterin. "Das ist nicht nur komplett falsch, sondern in Deutschland auch eine Straftat." Auf die Frage, ob er sich eine Beziehung mit einer Person mit Migrationshintergrund vorstellen könne, antwortete Julian: "Nein, auf keinen Fall. Niemals, niemals! Deutsche Menschen, deutsche Kinder. Wir sind hier in Deutschland und ich helfe dir nicht dabei, das Volk auszurotten."

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Rassistische Ideologie und internationale Reichweite

Die Plattform WhiteDate wurde 2017 von der Deutschen Christiane H. gegründet, die unter dem Pseudonym Liv Heide im Internet auftritt. Jahrelang bot die Website Raum für rassistische und antisemitische Inhalte. "WhiteDate ist eine rassistische und antisemitische Dating-Webseite", erklärt ein Experte in der Reportage. "Die Idee hinter der Seite ist, dass weiße Menschen sich dort mit anderen weißen Menschen verbinden sollen, Netzwerke aufbauen und im besten Fall weiße Kinder zeugen."

Fast 8000 Nutzer waren auf der Plattform registriert, die meisten stammten aus:

  • Den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Deutschland
  • Großbritannien

Plattform offline, aber Problem bleibt bestehen

Die Plattform ist mittlerweile offline – eine Hackerin hat sie vom Netz genommen. Doch die Recherche zeigt, dass das Problem damit nicht gelöst ist. Rassistische Nachfolgeplattformen sind bereits online verfügbar. Versuche, die Betreiberin Christiane H. zu kontaktieren, blieben erfolglos. Auch ein Besuch an ihrer Privatadresse brachte keine Antworten.

Radikaler Hass verschwindet nicht – auch wenn er sich als harmlose Suche nach Liebe und Partnerschaft tarnt. Die Undercover-Recherche von RTL macht deutlich, wie extrem rechte Ideologien auch im digitalen Raum weiterverbreitet werden und welche Gefahren von solchen Plattformen ausgehen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration