Prozess um betäubende Drogen im Eistee: Nageldesigner soll Frau vergewaltigt haben
Seit Donnerstag steht der 21-jährige Anh N. vor dem Landgericht Mönchengladbach wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung vor Gericht. Der Vietnamese, der zuletzt unter anderem als Nageldesigner arbeitete, befindet sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwerwiegende Vorwürfe vor, die sich auf einen Vorfall im Oktober 2025 in Viersen (Nordrhein-Westfalen) beziehen.
Die mutmaßliche Tat in einer gemeinsamen Wohnung
Laut Anklage soll Anh N. in der Wohnung einer gemeinsamen Freundin einen Lipton-Eistee mit den Substanzen MDMA und Ketamin versetzt haben. Sein Ziel war es offenbar, das mutmaßliche Opfer gefügig zu machen. Die junge Frau, die zum Tatzeitpunkt 21 Jahre alt war, trank den Tee aus einer Tasse. Etwa 15 Minuten später verspürte sie Übelkeit und legte sich ins Bett.
Anschließend schickte der Angeklagte die Wohnungsinhaberin los, um Cola gegen die Übelkeit zu besorgen. In ihrer Abwesenheit soll er die betäubte Frau vergewaltigt haben. Durch die verabreichten Drogen fühlte sie sich wie gelähmt und konnte sich weder verbal noch körperlich wehren. Erst als die Freundin zurückkehrte, hörte Anh N. auf.
Die Aufklärung und die gerichtliche Verhandlung
Als die 21-Jährige wieder sprechen konnte, vertraute sie sich ihrer Freundin an, die umgehend die Polizei rief. Eine am Einsatz beteiligte Beamtin schilderte vor Gericht, dass die Frau den Eindruck machte, dem Gespräch nicht ganz folgen zu können. Sie schwankte noch und hatte offenbar nicht vollständig verstanden, was geschehen war.
Besonders erschütternd ist der Vorwurf, dass Anh N. die Tat gefilmt haben soll. Ob diese Aufnahme tatsächlich existiert, wurde im Prozess noch nicht geklärt. Stattdessen wurden Polizeifotos aus der fraglichen Nacht vorgelegt, die den Angeklagten mit einer Kopfplatzwunde zeigen. Angeblich hatte kurz nach der mutmaßlichen Vergewaltigung ein Bekannter der jungen Frau auf ihn eingeschlagen.
Der Angeklagte und die weiteren Ermittlungen
Der aktuell arbeitslose Angeklagte, der früher als Fischer und Nageldesigner tätig war, schweigt vor Gericht. Bei ihm blieb ein nach der Anzeige durchgeführter Alkohol- und Drogentest negativ. Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung bei seinem mutmaßlichen Opfer wird erst zu einem späteren Zeitpunkt Thema der Verhandlung sein. Am 15. April soll die Frau als Zeugin aussagen.
Die junge Frau, die im Gerichtssaal A100 des Landgerichts Mönchengladbach saß, hatte glasige, geweinte Augen. Nach wenigen Minuten konnte sie den Anblick ihres mutmaßlichen Vergewaltigers nicht mehr ertragen. Der Richter bot ihr an, den Raum vor der Verlesung der Anklage zu verlassen, um sie nicht alles noch einmal durchleben zu lassen. Dieser Fall wirft ein grelles Licht auf die grausamen Methoden, die bei solchen Taten angewendet werden können.



