Prozess in Braunschweig: Frau soll Ehemann mit Ameisensäure verätzt haben
Prozess: Frau verätzt Ehemann mit Ameisensäure

Schwere Vorwürfe in Braunschweig: Frau wegen Säureattacke auf Ehemann vor Gericht

Seit Donnerstag verhandelt das Landgericht Braunschweig einen besonders schweren Fall von versuchtem Mord. Eine 27-jährige Frau aus Niedersachsen muss sich dafür verantworten, dass sie ihren eigenen Ehemann mit hochkonzentrierter Ameisensäure attackiert haben soll. Die Tat ereignete sich Anfang November 2025 im niedersächsischen Beuchte, einem Ortsteil von Schladen-Werla.

Scheidungswunsch als mutmaßliches Tatmotiv

Laut der detaillierten Anklage hatte der 32-jährige Ehemann seiner Frau etwa zwei Wochen vor der brutalen Attacke mitgeteilt, dass er die Ehe beenden und sich scheiden lassen wolle. Ein Pressesprecher des Landgerichts Braunschweig erläuterte die mutmaßlichen Beweggründe der Angeklagten: „Woraufhin die Angeklagte beschlossen habe, ihn zu töten, um einerseits die Vermögensauseinandersetzung zu umgehen und anderseits in den Genuss der Risikolebensversicherung des Geschädigten zu kommen.“ Medienberichten zufolge soll diese Lebensversicherung einen Wert von rund 400.000 Euro besitzen.

Zum Auftakt der Verhandlung bestritt die Angeklagte jedoch entschieden, aus reiner Habgier gehandelt zu haben. Sie betonte gegenüber dem Gericht: „Ich bin immer gut hingekommen mit dem Geld.“ Während der ersten Verhandlungstage verbarg sie ihr Gesicht wiederholt hinter einem Aktenordner.

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Brutaler Ablauf der Tat mit schwerwiegenden Folgen

Am Tag der Tat besuchte das Opfer die beiden gemeinsamen Kinder, die damals zwei und drei Jahre alt waren, in der Wohnung der Mutter. Laut den gerichtlichen Darstellungen lockte die Frau ihren Ehemann unter einem Vorwand in den Keller des Hauses. Dort schüttete sie ihm dann hochkonzentrierte Ameisensäure über Kopf und Gesicht.

Das Gericht schilderte den weiteren Ablauf: Der Mann rannte voller Panik und unter unsäglichen Schmerzen ins Badezimmer, um die ätzende Flüssigkeit abzuwaschen. Doch die Angeklagte soll ihn aktiv daran gehindert haben. Erst als es dem Opfer gelang, die Frau zur Seite zu stoßen und auf die Straße zu flüchten, erhielt er Hilfe durch einen alarmierten Nachbarn.

Opfer erblindet und lag im künstlichen Koma

Die Folgen der Attacke sind verheerend. Der 32-Jährige erlitt schwerwiegende Verätzungen und ist durch den Säureangriff vollständig erblindet. Er musste mehrere Tage lang im künstlichen Koma behandelt werden. Die Angeklagte wurde noch am Tatort festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr neben versuchtem Mord auch schwere Körperverletzung vor. Das Landgericht Braunschweig hat für diesen aufwändigen Prozess bisher insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt, um alle Details der tragischen Ereignisse umfassend aufzuklären.

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