Prinz Harry im Rechtsstreit mit eigener Gründung
Der Konflikt zwischen Prinz Harry und seiner ehemaligen Wohltätigkeitsorganisation Sentebale hat eine neue juristische Dimension erreicht. Wie aus Gerichtsunterlagen in London hervorgeht, hat die Aids-Stiftung eine Verleumdungsklage gegen den Royal und seinen engen Vertrauten Mark Dyer eingereicht. Die Klage wurde bereits im vergangenen Monat bei den zuständigen Behörden hinterlegt, doch konkrete Details zu den Vorwürfen bleiben vorerst unter Verschluss.
Eskalation nach monatelangen Spannungen
In einer offiziellen Stellungnahme begründete Sentebale den Schritt mit einer angeblich gegen die Organisation gerichteten negativen Medienkampagne. Diese habe nicht nur den Ruf der Stiftung erheblich beschädigt, sondern auch zu Cybermobbing gegen die Führungsebene geführt. Die Organisation bat das Gericht um Einschreiten, um weiteren Schaden abzuwenden. Prinz Harry selbst hat sich zu den aktuellen Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert.
Die Wurzeln des Konflikts reichen bis ins Jahr 2025 zurück, als der 41-jährige Prinz von seinem Amt als Schirmherr der Stiftung zurücktrat. Der Rückzug erfolgte nach einem öffentlich ausgetragenen Streit mit der damaligen Vorsitzenden Sophie Chandauka. Unstimmigkeiten über eine neue Fundraising-Strategie hatten die Zusammenarbeit nachhaltig belastet. Gemeinsam mit Prinz Seeiso von Lesotho, dem Mitbegründer von Sentebale, erklärte Harry damals, das Verhältnis zwischen Vorstand und Chandauka sei irreparabel zerstört.
Vorwürfe und Untersuchungen
In der Folge erhob Chandauka schwere Vorwürfe gegen den Royal. Sie beschuldigte ihn, eine Kampagne aus Mobbing und Schikanen initiiert zu haben, um sie zum Rücktritt zu zwingen. Die Charity Commission für England und Wales nahm daraufhin eine umfassende Untersuchung auf. Das Ergebnis entlastete Prinz Harry jedoch weitgehend: Die Behörde fand keine belastbaren Hinweise auf systematisches Mobbing oder frauenfeindliches Verhalten.
Sentebale wurde im Jahr 2006 von Prinz Harry und Prinz Seeiso ins Leben gerufen. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen in Lesotho und Botswana zu unterstützen, die mit HIV oder Aids leben. Die Gründung erfolgte zu Ehren von Prinzessin Diana, der verstorbenen Mutter von Prinz Harry, die sich zeitlebens für HIV- und Aids-Patienten engagiert hatte.
Der aktuelle Rechtsstreit markiert einen traurigen Höhepunkt in der Geschichte der einst vielgepriesenen Hilfsorganisation. Während die juristischen Auseinandersetzungen ihren Lauf nehmen, bleibt unklar, wie sich dies auf die wichtige Arbeit von Sentebale in Südafrika auswirken wird. Beobachter befürchten, dass der öffentliche Disput Spendengelder und Vertrauen in die Wohltätigkeitsarbeit nachhaltig schädigen könnte.



